Aktienmärkte: Euphorie nach Gipfelbeschlüssen schnell wieder verflogen
Stuttgart (www.aktiencheck.de) - Die Euphorie an den Aktienmärkten nach den Gipfelbeschlüssen von Brüssel ist schnell wieder verflogen, so die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg.
Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) habe in der abgelaufenen Woche wieder den Rückwärtsgang eingelegt und gegenüber dem Zwischenhoch deutlich an Boden verloren. Belastungsfaktoren habe es dabei eine ganze Reihe gegeben. Vor allem von der Konjunkturseite seien wenig zuversichtlich stimmende Nachrichten gekommen. So hätten für zahlreiche europäische Länder - nicht nur aus der Mittelmeerregion - die Wachstumsprognosen nach unten revidiert werden müssen. Und auch in China, dem Hoffnungsträger gerade der deutschen Industrie, lasse die Dynamik nach. Nachdem das Land im ersten Quartal um 8,1 gewachsen sei, seien es im zweiten Quartal nur noch 7,6% gewesen.
Die nachlassenden Konjunkturimpulse würden sich auch auf die Unternehmensbilanzen niederschlagen. So würden die Aussagen verschiedener Konzerne inzwischen deutlich vorsichtiger als noch am Jahresanfang bzw. im Frühling klingen. Ein Beispiel hierfür sei der aufgrund seiner breiten Diversifizierung als guter Seismograph geltende Siemens-Konzern (ISIN DE0007236101/ WKN 723610). Die Münchner würden von einer spürbar verhalteneren Nachfrage nach ihren Produkten berichten.
Die bald einsetzende Berichtssaison für das zweite Quartal werde wohl auch bei vielen anderen großen Konzernen in die gleiche Richtung weisen. Die überraschend positiven Nachrichten von SAP (ISIN DE0007164600/ WKN 716460) - der Walldorfer Softwarekonzern habe die Börsianer mit hervorragenden vorläufigen Zahlen für den Zeitraum zwischen April und Juni erfreut - dürften eher eine Ausnahme bleiben.
In den USA habe die offizielle Berichtssaison schon begonnen. Der Start sei eher holprig verlaufen. Der Aluminiumkonzern Alcoa (ISIN US0138171014/ WKN 850206) habe im zweiten Quartal rote Zahlen geschrieben, einige Technologiekonzerne hätten die Prognosen senken müssen. Vor diesem Hintergrund spreche viel dafür, dass es in den kommenden Wochen an den Aktienmärkten wenig Anlass zum Feiern geben werde. (13.07.2012/ac/a/m)