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12:55 13.07.12

Aktienmärkte: neue Impulse durch Zwischenberichtsaison

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die Nervosität der Aktienanleger hat sich in den letzten Wochen wieder etwas gelegt, so die Analysten der Helaba.

Obwohl die Risikoaufschläge bei Staatsanleihen der Euro-Problemländer auf erhöhtem Niveau verharrt hätten und auch der Euro gegenüber dem US-Dollar weiter unter Druck geblieben sei, habe sich die implizite Aktienmarktvolatilität zurückgebildet. Offenbar hätten Aktienmarktteilnehmer ihre Wachstumserwartungen bereits hinreichend stark zurückgeschraubt. Nun würden sie auf neue Impulse warten.

Seit dem Frühjahr seien die Konsens-Gewinnprognosen der Analysten für die kommenden zwölf Monate auch für DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900)- und S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0)-Unternehmen merklich reduziert worden. Die Erwartungen der Aktieninvestoren hinsichtlich der Nettoergebnisse würden offensichtlich ohnehin geringer ausfallen. Dafür würden die niedrige absolute Bewertung (KGV) sowie die ausgesprochen hohen Risikoprämien sprechen. Dies biete einen gewissen Schutz für den Fall kurzfristig noch rückläufiger Unternehmensergebnisse.

Für die nun anlaufende Zwischenberichterstattung über das zweite Quartal dürfte die Messlatte nicht sehr hoch liegen. In den USA hätten die ersten Unternehmen aus dem S&P 500 Zahlen vorgelegt. Rund 59% von ihnen hätten die Analystenschätzungen übertreffen können. Damit liege der Anteil positiver Gewinnüberraschungen zum Auftakt der so genannten reporting season zwar unterhalb des langjährigen Durchschnitts von 65%.

Die Tendenz könne sich aber im Verlauf der kommenden Wochen durchaus noch ändern, wie die vergangenen Quartale belegen würden. So habe sich der Anteil positiver Überraschungen bei den Q4/2011-Ergebnissen nach einem sehr schwachen Auftakt von 52% auf 62% erhöht. Dagegen sei die Q1/2012-Berichterstattung mit einem Anteil positiver Überraschungen von 80% und endete bei 67% gestartet. Von der in den kommenden Wochen Fahrt aufnehmenden Zwischenberichtsaison könnten somit durchaus positive Impulse ausgehen.

Zudem komme es nun darauf an, dass die Frühindikatoren allmählich ihren Boden ausbilden würden, auch wenn die Skepsis der Anleger vorerst noch vor größeren Enttäuschungen schütze. Bei einer weiterhin sehr lockeren Geldpolitik in den Industrieländern und weiteren Zinssenkungen in wichtigen Schwellenländern wie China würden nach Erachten der Analysten die Chancen auf mittelfristig steigende Notierungen überwiegen. Angesichts wesentlich höherer Ertragspotenziale dürfte es bei nachlassender Risikoaversion zu spürbaren Umschichtungen von kurzfristig geparkten Geldern in Aktien kommen. (13.07.2012/ac/a/m)



Quelle: ac

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