Brent: Kontraktwechsel und Gerüchte über Reservefreigabe sorgen für Preisrückgang
Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Der Brentölpreis fällt am Morgen unter 114 USD je Barrel und handelt damit drei USD niedriger als gestern zum Handelsschluss, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.
Der Preisrückgang sei größtenteils auf den Kontraktwechsel zurückzuführen. Der Oktober-Kontrakt, welcher ab heute den Referenzpreis bilde, habe zum Zeitpunkt der Umstellung 2,5 USD niedriger als der September-Kontrakt gehandelt. Letzterer sei gestern bei 116,9 USD je Barrel ausgelaufen, was dem höchsten Schlusskurs für den nächstfälligen Terminkontrakt seit Anfang Mai entspreche. Der Ölpreis scheine sich damit der Schmerzgrenze zu nähern.
In den USA gebe es gut unterrichteten Quellen zufolge Überlegungen, die strategischen Ölreserven anzuzapfen. Damit solle verhindert werden, dass der Ölpreis weiter steige und einen Erfolg der Sanktionen gegen den Iran unterminiere. In Wahrheit dürfte es aber auch um die negativen Auswirkungen der hohen Benzinpreise auf die Konjunktur kurz vor den Wahlen gehen.
Die US-Benzinpreise seien in den letzten zwei Monaten aufgrund der höheren Ölpreise und der niedrigeren Benzinlagerbestände um 20% gestiegen. Zunächst solle beobachtet werden, ob die Benzinpreise nach dem Ende der Sommerfahrsaison zu fallen beginnen würden.
Diese Gerüchte könnten die spekulativen Finanzanleger zum Verkauf von Long-Positionen veranlassen und den Ölpreis unter Druck setzen. Die Ölpreise könnten somit ihr vorläufiges Hoch gesehen haben. Einem deutlichen Preisrückgang stünden allerdings die Angebotsausfälle in der Nordsee und die geopolitischen Spannungen im Nahen und Mittleren Osten entgegen. (17.08.2012/ac/a/m)