11:18 29.05.12
EUR/USD mäßiges Konsolidierungspotenzial
München (www.aktiencheck.de) - Die letzte Woche wurde der Euro kräftig aufgemischt, so die Analysten von UniCredit Research.
Allerorts sei laut über den Verbleib Griechenlands in der Eurozone laut nachgedacht, über Voraussetzungen diskutiert und spekuliert worden. Beim informellen EU-Gipfel seien zwar alle offenen Fragen auf den Tisch gekommen, aber dort würden sie noch immer liegen und in Sachen Eurobonds herrsche weiterhin Uneinigkeit. Zu allem Überfluss hätten dann auch noch die EWU-Einkaufsmanagerindices, sowie der deutsche ifo-Index enttäuscht.
Am Freitagnachmittag habe sich dann erneut Spanien in Erinnerung gebracht, als Katalonien, welches für ein Fünftel des spanischen Wachstums zeichne, ein Hilfegesuch von mehr als EUR 13 Mrd. an Refinanzierungsbedarf Richtung Madrid gesendet habe. Was zunächst nach einem einigermaßen ruhigen Wochenausklang ausgesehen habe, sei plötzlich wieder zum turbulenten Sturmlauf gegen den Euro geworden. EUR/USD sei sogar kurzzeitig unter 1,25 gesackt, EUR/GBP habe erst bei 0,7980 seinen Boden gefunden und EUR/JPY habe 99,48 als Tiefstpunkt zu bieten gehabt. Auch EUR/CHF habe sich erneut in die gewohnte Range knapp oberhalb 1,20 eingependelt, nachdem es tags zuvor noch stark nach SNB-Interventionen gerochen habe und das Währungspaar mehrere Aufwärtsmomente erlebt habe, die allerdings zunehmend flacher ausgefallen seien.
In dieser Woche könnte der Euro vielleicht zunächst einmal etwas durchatmen, da im Vorfeld des irischen Referendums zum Fiskalpakt möglicherweise einige Positionen geschlossen würden und einer etwas neutraleren Haltung Platz machen würden. Die Analysten würden ein mehr oder weniger klares "Ja" der Iren erwarten, das wiederum zusätzliches Konsolidierungspotenzial freisetzen könnte. Eine deutliche Korrektur, vor allem in EUR/USD, würden sie aber nur erwarten, falls der Freitag anstehende US-Arbeitsmarktbericht katastrophal ausfalle und der Safe-Haven-Status des Dollars für einige Tage in den Hintergrund rücke. Am grundsätzlichen Abwärtstrend bei EUR/USD ändere diese Verzögerung allerdings nichts, da neben Griechenland auch zunehmend Spanien eine zentrale Rolle einnehme, wobei die Regierung an zwei Fronten, dem eigenen Haushalt und dem Bankensektor, zu kämpfen habe.
Unverändert sähen die Analysten die Situation beim Yen, der zweiten Safe-Haven-Währung neben dem Dollar. USD/JPY werde nach wie vor Druck von der Marktseite und Gegendruck seitens des japanischen MoF ausgesetzt sein, insbesondere deshalb, weil USD/CNY (Chinesischer Yuan) weiterhin habe zulegen können und dadurch Japan im Vergleich zu China einige Exportnachteile erwachsen würden. Diese Seitwärtsbewegung münde dann logischerweise in einer engen Trendfolge von EUR/JPY zu EUR/USD.
In EUR/CHF haben wir letzte Woche wieder eindrucksvoll dokumentiert bekommen, dass unter 1,20 gar nichts geht, so die Analysten von UniCredit Research. Hier würden die Alternativen weiterhin seitwärts oder aufwärts heißen. Große Sprünge ohne zugrundeliegende Interventionen würden die Analysten nicht erwarten. Aber vielleicht würden ja die Marktteilnehmer eine eventuell Konsolidierungsphase des Euro im Rahmen des irischen Referendums zu einem wenigstens mäßig höheren Niveau nutzen. (29.05.2012/ac/a/m)
Quelle: ac