Hannover (www.aktiencheck.de) - Am vergangenen Mittwoch hatte der Goldpreis mit rund 1.539 USD je Feinunze den niedrigsten Tagesschlussstand für das laufende Jahr zu verzeichnen, so die Analysten der Nord LB.
Ein Grund für diesen Preisrückgang lasse sich in der Umschichtung der Anleger in US-Treasuries oder Bunds finden, die schon um den Status des Edelmetalls als safe haven habe bangen lassen. Viel gewichtiger dürfte allerdings der Umstand wirken, dass viele Investoren ihre Goldbestände teilweise aufgelöst hätten, um aufgelaufene Verluste in anderen Assetklassen auszugleichen. Eine Option die insbesondere dann attraktiv sein könne, wenn in Goldanlagen noch nicht realisierte Gewinne schlummern würden.
Dass einige andere Marktteilnehmer - auch vor dem Hintergrund der fortwährenden Verschuldungskrise in der Eurozone - das Edelmetall jedoch als unterbewertet angesehen hätten, habe dann hingegen der weitere Wochenverlauf gezeigt. Die Feinunze habe zum Wochenende rund 1.593 USD gekostet. Und auch der Start in die neue Woche sei bisher verheißungsvoll verlaufen. Aktuell schwanke der Goldpreis erneut fester bei 1.596 USD je Feinunze und habe damit die Marke von 1.600 USD wieder fest im Blick. Bereits in der zweiten Jahreshälfte sollten zudem die langfristigen Nachfragetrends - wie zum Beispiel Goldzukäufe aus den Emerging Markets - dem Goldpreis noch einmal merklich Aufwind verleihen.
Auch am Rohölmarkt seien in der vergangenen Woche eher die Bremslichter aufgeleuchtet. Der Preis für ein Barrel der europäischen Sorte Brent habe zum freitäglichen Handelsschluss bei rund 108 USD notiert. Für diese Entwicklung dürften die unerwartet schwachen Zahlen zum US Philiadelphia Index und die sich mehrenden trüberen Konjunktursignale aus China - unter anderem vom Immobilienmarkt - erheblich mitverantwortlich gewesen sein.
Die gestrige Meldung der staatsnahen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua, wonach Premierminister Wen Jiabao wachstumsfördernde Maßnahmen in Aussicht stelle, um den aktuellen Abschwung Chinas zu bremsen, habe dem Brentpreis zu Wochenbeginn zu einer leichten Trendwende verholfen. Aktuell notiere das Barrel bei rund 109 USD. Trotzdem werde der Brentpreis nach der Analysteneinschätzung in den nächsten Monaten vorerst weiter unter Druck stehen. (21.05.2012/ac/a/m)
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