Platinpreis aufgrund der Eskalation der Gewalt in Südafrika um 50 USD gestiegen
Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Der Platinpreis ist seit gestern Nachmittag um 50 US-Dollar gestiegen und erreichte am Morgen 1.450 USD je Feinunze, den höchsten Stand seit Anfang Juli, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.
Auslöser für den Preissprung sei die Eskalation der Gewalt in Südafrika gewesen, das 75% der weltweiten Platinminenproduktion verantworte. Gestern seien bei Auseinandersetzungen zwischen streikenden Minenarbeitern und der Polizei nahe der Platinmine Marikana des weltweit drittgrößten Platinproduzenten Lonmin (ISIN GB0031192486/ WKN 856046) mehr als 30 Arbeiter getötet worden. Das Unternehmen habe wegen der Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Minengewerkschaften Mitte der Woche sämtliche Platinminen im Land vorübergehend geschlossen.
Lonmin produziere 750 Tsd. Unzen Platin pro Jahr und stelle damit 12% des weltweiten Angebots. Die bisherigen Produktionsausfälle sollten sich Lonmin zufolge auf 15 Tsd. Unzen belaufen. Der aktuelle Konflikt offenbare aber auch ein langfristiges Problem, nämlich massive Kostenexplosion in der südafrikanischen Minenindustrie. Die Demonstranten würden weitere Lohnerhöhungen fordern, nachdem man vor nicht einmal einem Jahr sich über eine Lohnsteigerung von jeweils rund 8,5% für die Geschäftsjahre 2012 und 2013 geeinigt habe.
Das Investitionsklima in Südafrika dürfte sich weiter eintrüben und in einer niedrigeren Platinproduktion niederschlagen. Dies spreche für weiter steigende Platinpreise, sowohl kurzfristig als auch langfristig. (17.08.2012/ac/a/m)
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