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15:18 11.04.12

Viele Faktoren sprechen für Aktien als lohnendes Investment

Hamburg (www.aktiencheck.de) - Das erste Quartal 2012 stand im Zeichen der Staatsschuldenkrise in Europa, berichten die Analysten der Berenberg Bank.

Während bis Ende 2011 noch Sorgen über mögliche Staatspleiten und deren unkalkulierbare Folgen vorgeherrscht hätten, hätten Politiker und Notenbanker diese Sorgen in den zurückliegenden drei Monaten weitestgehend zerstreuen und Vertrauen zurückgewinnen können.

Folgende Maßnahmen hätten hierzu beigetragen: Erstens habe die Europäische Zentralbank mit dem Ende Februar lancierten zweiten Tender des Long Term Refinancing Operations-Program (LTRO, längerfristige Refinanzierungsgeschäfte) für Banken über den Betrag von 530 Milliarden Euro eine Kreditklemme verhindert. Daneben habe eine weitere Eskalation der Schuldenkrise abgewendet werden können, weil die Banken mit den LTRO-Mitteln auch Staatsanleihen der kritisch betrachteten Euro-Schuldenstaaten erworben hätten und damit deren Refinanzierungskosten auf ein erträglicheres Niveau hätten drücken können.

Zweitens hätten die Staats- und Regierungschefs von 25 EU-Ländern mit der Unterzeichnung eines Fiskalpakts einen großen Schritt zur Vermeidung künftiger Schuldenkrisen getan. Dieser sehe unter anderem eine Einbindung einer Schuldenbremse in die nationalen Rechtsordnungen sowie automatische Sanktionen bei Nichteinhaltung vor.

Drittens habe mit dem im März erreichten Schuldenschnitt Griechenlands der Weg für die Umschuldung des Landes sowie das zweite Hilfspaket der EU freigemacht werden können. Die Stabilisierung von Wirtschaft und Finanzsystem in Europa habe zu einer überraschend starken Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten geführt. Das wieder geschaffene Vertrauen habe dafür gesorgt, dass Investoren zunehmend risikofreudiger geworden seien und die reichlich vorhandene Liquidität unter anderem in Aktien investiert hätten.

Derzeit stelle sich die Frage, ob nun noch weiteres Aufwärtspotenzial am Aktienmarkt bestehe. Die Analysten würden durchaus davon ausgehen, dass zukünftig noch weitere Kurszuwächse hinzukommen könnten. Voraussetzung hierfür sei allerdings, dass sich die Konjunkturdaten und Unternehmensgewinne positiv entwickeln und Risiken wie zum Beispiel ein möglicher militärischer Konflikt zwischen Israel und Iran nicht Realität würden. Vor dem Hintergrund stärkeren Wirtschaftswachstums seien deutsche Aktien den Pendants der Euro-Zone vorzuziehen. Engagements in Schwellenländern sowie den USA sollten beigemischt werden.

Für Aktien spreche - und diese Aussage sei weitestgehend für die meisten Märkte zutreffend - die im historischen Vergleich günstige bis moderate Bewertung. Auch in Relation zu Anleihen seien sie längerfristig aussichtsreich. So liege die Dividendenrendite des DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) basierend auf den geschätzten zukünftigen Ausschüttungen mit 4,2% deutlich über der Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen in Höhe von 1,8% (Quelle: Datastream).

Daneben seien institutionelle Investoren in Aktien nicht übergewichtet und die grundsätzliche Stimmung nicht als euphorisch zu bezeichnen, womit auch aus dieser Sicht ein Nährboden für weitere Kursgewinne vorhanden sei. Ein weiteres starkes Argument für Aktientitel sei deren guter Schutz vor Inflation. Diesen könne zwar auch der Sachwert Immobilie bieten, allerdings seien in den vergangenen Jahren unter anderem aufgrund der gestiegenen "Euro-Skepsis" sowie der niedrigen Hypothekenzinsen die Wohnimmobilienpreise in Deutschland zum Teil rasant gestiegen.

Vor diesem Hintergrund sollten risikobereite Anleger ein Investment in Aktien in Erwägung ziehen und hierfür Marktkorrekturen nutzen, um aussichtsreiche Titel ins Portfolio aufzunehmen, vorzugsweise Substanzwerte mit konjunkturell widerstandsfähigen Geschäftsmodellen. Die mit einer Aktienanlage verbundenen Risiken seien insbesondere unvorhersehbare Kursänderungen sowie das unternehmerische Risiko, die zu hohen Verlusten bis hin zum Totalausfall des eingesetzten Kapitals führen könnten. (11.04.2012/ac/a/m)



Quelle: ac

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