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De-Beira - Die 1.000-Prozent-Aktie

Er gilt als größter und spektakulärster Fall von Kursmanipulation, der jemals in Deutschland verhandelt wurde. Mit Falschmeldungen über ein damals völlig unbekanntes US-Rohstoffunternehmen ergaunerten sich Betrüger Millionengewinne. Den vier Angeklagten um den Drahtzieher Aly Husein Mawji wird vorgeworfen, die Aktie „De Beira“ in Börsenbriefen und Printmedien empfohlen und damit den Aktienkurs gezielt beeinflusst zu haben. Dabei explodierte das Papier regelrecht – in der Spitze um gut 1.000 Prozent, bis zu einem Höchststand von 18,50 Euro Mitte Juni 2006.

Kurze Zeit später verkauften die Betrüger ihre Aktienanteile wieder und realisierten damit Gewinne von 38 Millionen Euro. Anleger hatten sie in ihren Tipps nicht über den eigenen Besitz der Wertpapiere informiert. Eine solche Kursmanipulation wird auch Scalping (Engl.: Skalpieren) genannt, weil Anlegern sprichwörtlich das Fell über die Ohren gezogen wird. Dabei folgen Investoren den aggressiven Empfehlungen, treiben den Kurs in die Höhe und bescheren den Tippgebern dadurch hohe Gewinne. Nach dem Aktienverkauf der Betrüger bricht die Aktie ein und (noch-)Aktionäre erleiden hohe Verluste.

In Deutschland gab es noch nie so viele Verfahren wegen Kursmanipulation wie in 2012, wobei De Beira das bislang größte ist. Ermittlungen in solchen Fällen gestalten sich meist recht schwierig, da diese Betrüger-Netzwerke häufig über deutsche Grenzen hinaus reichen und Depots im Ausland geführt werden. Dennoch reichten die Beweise, um im Oktober 2012 Urteile zu fällen. Dabei wurde der Hauptangeklagte Aly Husein Mawji zu drei Jahren und zwei Monate Haft verurteilt, während seine Komplizen Sascha Opel (bereits 2005 wegen einer ähnlichen Geschichte verurteilt) und ein ehemaliger Focus-Redakteur zu einem Jahr und zehn Monaten, bzw. einem Jahr und neun Monate Strafe verurteilt wurden. Ein weiterer Drahtzieher, PR-Berater Pascal G., kann derweil sein Leben in Österreich unbehelligt fortsetzen - Kursmanipulation gilt dort nicht als Straftat und folglich gibt es für die Salzburger Behörden keinen Anlass, ihn auszuliefern. Mittlerweile befinden sich alle Verurteilten wieder auf freiem Fuß, müssen aber Hunderttausende Euro Strafzahlungen leisten.

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