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Die Gebrüder Hunt - Absturz im Rohstoffmarkt

Zunächst war es ungezügelte Inflationsangst – später wurden die Gebrüder Hunt offenbar nur noch von Gier getrieben. Besessen von dem Gedanken, dass die Inflation der 1970er Jahre galoppierende Ausmaße annehmen würde, investierten die Erben eines texanischen Ölmagnaten immer größere Summen in Sachwerte. Bei ihrem bevorzugten Rohstoff Silber scheiterten sie jedoch in historischem Ausmaß.

Die Brüder erwarben zu Beginn der 1970er Jahre zunächst 200.000 Unzen Silber, damaliger Wert rund drei US-Dollar pro Unze. Nach dem Tod ihres Vaters legten die Hunts jedoch erst so richtig los. Für Nelson Bunker und William Hunt wurde die Idee des Inflationsschutzes zweitrangig. Vielmehr dominierte bald der Gedanke, dass derjenige, der genügend große Mengen des Edelmetalls aufkauft, in absehbarer Zeit jeden Preis verlangen könne. Schließlich war Silber damals in der Fotoindustrie sehr begehrt und so versuchten die Gebrüder Hunt ab 1975 den Markt zu beherrschen.

Silber: Kaufrausch bis zum Crash
In den Folgejahren sprangen immer mehr spekulative Anleger auf den Zug auf, um von der Hausse zu profitieren. Dadurch kletterte der Preis noch rascher. Zum Höhepunkt ihres Kaufrauschs besaßen die Hunts fast 15 Prozent der weltweiten Silbervorräte.

Als der Silberpreis Januar 1980 von 35 auf 50 US-Dollar je Unze regelrecht explodierte, zogen die Verantwortlichen der New Yorker Rohstoffbörse Comex die Notbremse. Sie verweigerten die Lieferung des von den Hunts erworbenen Silbers, erlaubten nur noch Verkäufe und erhöhten die Einschüsse für Warenterminkontrakte auf 100 Prozent. Immer mehr Investoren stiegen aus dem Rohstoffmarkt aus und die große Silber-Blase platzte. Der Kurs fiel innerhalb von drei Monaten auf weniger als 20 US-Dollar.

Die Hunts beteuerten nach dem Crash zwar, dass sie den Markt nicht manipulieren wollten. Dennoch wurden sie 1988 von einem US-amerikanischen Gericht wegen der Verschwörung zur Preismanipulation verurteilt. Ihr Privat-Vermögen von damals – geschätzte zwölf Milliarden US-Dollar – haben sie größtenteils verloren.

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