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Jérôme Kerviel - Zock mit 50 Milliarden Euro

Jérôme Kerviel, ein junger, unscheinbarer Angestellter der französischen Bank Société Générale, verschuldete im Januar 2008 einen Verlust seines Arbeitgebers von rund 5 Milliarden Euro. Unter dem Strich riskierte er etwa 50 Milliarden Euro, was den gesamten Börsenwert der zweitgrößten Bank Frankreichs bei weitem überstieg. Details dieser Tat sind dennoch kaum öffentlich bekannt.

Manager drückten beide Augen zu
Der damals 31-Jährige beharrt nach wie vor darauf, dass seine direkten Vorgesetzten als Mitwisser beide Augen zugedrückt hätten. Solange er Gewinne habe vorweisen können, seien seine Geschäfte dem Management allemal recht gewesen. Zwar wollte Kerviels Vorgesetzter, Eric Cordelle, zunächst von seinem Untergebenen wissen, was interne Warnungen zu bedeuten hatten. Allerdings gibt er sich dann mit ausweichenden Antworten seines Mitarbeiters zufrieden.

Kerviels unmittelbare Vorgesetzte wandten der Société Générale im Zuge des Skandals freiwillig den Rücken zu, andere Führungskräfte wurden entlassen. Allerdings bedeutete dies nicht für alle Beteiligten das Ende ihrer Karriere. Einer der Hinausgeworfenen zum Beispiel, Pierre-Yves Morlat, der als Chef-Aktienhändler Kerviel befördert hatte, wurde später bei der Credit Suisse als Leiter des Eigenhandels für Europa und Asien eingestellt. Kerviel selbst arbeitete nach seiner Banker-Karriere im Informatikunternehmen eines Freundes.

Urteil: 5 Jahre Haft + Schadensersatz
Am 04.10.2010 wurde nun das Urteil gegen Kerviel gesprochen: Fünf Jahre Gefängnis und eine gigantische Schadensersatzzahlung von 4,9 Mrd. Euro. Dabei wurde der ehemalige Investmentbanker in allen Punkten (Vertrauensmissbrauch, Fälschung und betrügerische Manipulation von Computerdaten) schuldig gesprochen. Kerviel beteuert nach wie vor, dass Kollegen und Vorgesetzte von seinen Geschäften sehr wohl Bescheid gewusst und durch üppige Bonuszahlungen aus seinen satten Gewinnen obendrein sogar profitiert hätten.

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