Dax
11.827,50
0,19%
MDax
23.411,00
-0,92%
TecDax
1.891,75
-1,28%
BCDI
142,49
0,00%
Dow Jones
20.821,76
0,05%
Nasdaq
5.342,05
0,28%
EuroStoxx
3.318,00
-0,61%
Bund-Future
166,32
0,33%

Nick Leeson - Der Mann, der Barings vernichtete

Nicht immer ist am Zusammenbruch einer Bank der Chef selbst als der maßgeblich Schuldige zu identifizieren. Der Niedergang der englischen Barings Bank zeigt, dass auch untergeordnete Mitarbeiter ein Desaster einleiten können. So hatte Nick Leeson – begünstigt durch ineffektive Kontrollmechanismen – ein außerordentlich solides, über Jahrhunderte gewachsenes Unternehmen in die Bedeutungslosigkeit führt.

Barings Bank: Lange Tradition zerstört
Barings, deren Wurzeln auf ein 1717 von John Baring in Exeter gegründetes Handelsgeschäft zurückgehen, war eine der traditionsreichen Handelsbanken Nordeuropas. Diese „Merchantbanken“ stammten ursprünglich aus Deutschland, Skandinavien und Holland.

Nick Leeson, der – wie er sich selbst bezeichnete – „kleine Angestellte in Singapur“, verursachte am 26. Februar 1995 durch riskante und unerlaubte Zins- und Indexspekulationen einen Verlust von über einer Milliarde US-Dollar. Das führte zum Bankrott der Barings Plc.. Die Gesellschaft wurde an die niederländische ING Group für ein symbolisches Britisches Pfund verkauft.

Nick Leeson im Teufelskreis
Der mit seinen 27 Jahren relativ junge Leeson wurde 1992 nach Singapur geschickt, um dort im Terminhandel zu arbeiten. Allerdings war er dabei sowohl für den Handel als auch für die Abwicklung und Verbuchung der Geschäfte verantwortlich – eine riesige Schwachstelle im Kontrollsystem.

„Ich kontrollierte mich selber, und weil ich glaubte, den Markt schlagen zu können, wurde ich immer dreister.“ Dem Stammhaus in London wurden die Gewinne gemeldet, die Verluste dagegen ließ er auf einem Sonderkonto verschwinden. Der „kleine Angestellte“ manipulierte so die verschiedensten Dokumente und täuschte die Revision.

Im März 1995 wurde der „kleine Angestellte“ der Barings Bank schließlich am Frankfurter Flughafen verhaftet. Ihm wurde der damals größte Finanzbetrug weltweit vorgeworfen. Leeson saß acht Monate in Untersuchungshaft, danach wurde er in Singapur zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Seine Geschichte wurde unter dem deutschen Titel: „Das schnelle Geld – Die Nick-Leeson-Story“ verfilmt.

Zurück zur Übersicht