Dax 11038.0 0.47%
MDax 21311.0 0.32%
TecDax 1724.5 -0.32%
BCDI 129.74 -0.15%
Dow Jones 19524.0 0.01%
Nasdaq 4845.63 -0.09%
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Rechnen mit Gewinnen

Die Logik der Prozentrechnung macht die Interpretation von Zahlen zur Gewinnentwicklung schwierig. Das machen sich diejenigen zu Nutze, die ein falsches Bild zeichnen wollen.
Aus drei Gründen ist Vorsicht geboten:
1. Der Basis-Effekt: Hohe prozentuale Zuwächse täuschen oft eine erhebliche Verbesserung der Gewinne vor, obwohl in Wirklichkeit kaum etwas passiert ist. Dieser sogenannte Basis-Effekt ist umso größer, je kleiner eine Zahl ausfällt. Steigt beispielsweise der Gewinn eines Unternehmens von 1 auf 2 Millionen Euro, ergibt das rechnerisch einen Zuwachs von 100 Prozent; die Ertragslage kann mit einer Nettoumsatzrendite von 1 statt 0,5 Prozent jedoch immer noch völlig unzureichend sein.
2. Der runter-und-rauf-Effekt: Gewinne unterliegen dem Auf und Ab der Konjunktur. Folgt auf einen deutlichen Gewinneinbruch ein kräftiger Zuwachs, dann erscheint die Ertragslage günstiger, als sie tatsächlich ist. Sinkt etwa der Gewinn eines Unternehmens von 2 Millionen Euro auf 1 Million Euro, so entspricht dies einem Rückgang um 50 Prozent. Um wieder den Ausgangswert von 2 Millionen Euro zu erreichen, muss der Gewinn bereits um 100 Prozent zunehmen.
3. Macht ein Unternehmen in einem Jahr Verluste und im nächsten Jahr Gewinne oder umgekehrt, lässt sich eine prozentuale Veränderung überhaupt nicht berechnen. Aber auch das Rechnen mit der Null hat seine eigenen Gesetze. Wer nach einem Jahr mit einem neutralen Ergebnis Gewinne schreibt, muss auf den Ausweis einer Prozentveränderung verzichten. Denn schon der Anstieg von Null auf 0,1 ist mathematisch gesehen unendlich groß.