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Flash-Crash Dow Jones und Wirecard-Spekulation (2010)

Flash-Crash Dow Jones

Wie aus dem Nichts brachen die Aktien-Indizes an der Wall-Street am 6. Mai 2010 dramatisch ein und erholten sich genauso schnell wieder. Innerhalb weniger Minuten rutschte der S&P 500 um 6 Prozent in den Keller, während der Dow Jones mit einem Kurseinbruch von 1.000 Punkten (minus 9 Prozent) den bislang größten (Punkte-) Verlust aller Zeiten verbuchen musste. Noch härter erwischte es einzelne Aktien, Papiere von Procter & Gamble brachen bspw. um 47 Prozent ein und andere Titel – darunter die Aktie von Accenture – befanden sich zeitweise auf Penny-Stock Niveau. Dabei verschwanden kurzzeitig 862 Milliarden US-Dollar an Börsenwert vom Parkett. Das Handelsvolumen in der Zeit von 14:40 bis 14:50 Uhr entsprach mit 1,3 Milliarden Aktien dem Sechsfachen des Durchschnitts. Binnen weniger Minuten erholten sich die Kurse jedoch wieder, sodass der Dow Jones den turbulenten Handelstag mit einem Minus von 3,2 Prozent abschließen konnte.



 

Auf der Suche nach Ursachen des Flash-Crashs tappten SEC (United States Securities and Exchange Commission) und Marktbetreiber lange im Dunkeln. Erst am 30. September 2010 gelang man in einem gemeinsamen Bericht zu dem Ergebnis, dass es bei diesem Crash zu einer Liquiditätskrise gekommen sei, als ein einzelner Händler im Rahmen von Absicherungsgeschäften Kontrakte im Wert von 4,1 Milliarden US-Dollar computergesteuert verkauft habe und damit einen Dominoeffekt auslöste. Als Konsequenz auf den Flash-Crash führte die US-Börsenaufsicht ein neues Sicherungssystem ein. Dabei werden Aktien sofort vom Handel ausgesetzt, wenn sich der Kurs innerhalb fünf Minuten um mehr als zehn Prozent verändert.

 

Wirecard-Spekulation

Mit gezielten Kursmanipulationen und Spekulationen auf Wirecard und andere Aktien soll ein Betrügernetzwerk laut Staatsanwaltschaft mindestens 16,7 Millionen Euro erzielt haben. Dabei wird Fondsmanagern der Privatbank Sal. Oppenheim und Mitarbeitern der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) vorgeworfen, Aktien und Optionen verschiedener Unternehmen erworben zu haben. Anschließend soll durch gezielte Veröffentlichungen in Börsenbriefen sowie Webseiten und Internetforen versucht worden sein, die Kurse zu beeinflussen um dann abzukassieren.



 

Allein mit der Attacke auf den Münchner Dienstleister Wirecard soll das Netzwerk einen Gesamtgewinn von 5,8 Millionen Euro ergaunert haben. Dabei wurde Wirecard im Umfeld der Hauptversammlung falsche, bzw. irreführende Bilanzierung vorgeworfen. Der Münchner Dienstleister Wirecard wies alle Anschuldigungen zurück und sprach von einer gezielten Kampagne einiger Leerverkäufer, die auf fallende Kurse bei der Aktie spekuliert haben sollen. Dennoch brach die Aktie nach Verbreitung der Negativ-Meldungen um fast siebzig Prozent ein. Ende Juni 2008 erstattete Wirecard Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gegen Fondsmananger der Privatbank Sal. Oppenheim und Mitarbeiter der SdK. Die Drahtzieher des Netzwerks, Markus Straub und Tobias Bosler wurden zu zwei, bzw. drei Jahren Haft und Geldstrafen verurteilt.



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