Derivate Risiko-Matrix
Die Risiko-Map gibt eine Orientierung im Derivate-Dschungel und ermöglicht eine Filterung nach relevanten Anlagekriterien.
Dabei unterteilt die horizontale Achse die Finanzmarktinstrumente nach kurz-, mittel- und langfristiger Ausrichtung. Auf der vertikalen Achse wird hinsichtlich der
Anlagestrategie unterschieden, von sehr sicher (Kapitalgarantie) über konservativ, neutral bis hin zu spekulativ. Die Schnittmenge zeigt die je nach gewählten Anlagebedürfnissen besten Derivate.
Spekulativ - kurzfristig
Outperformance-Zertifikate
Der Begriff Outperformance-Zertifikat beschreibt derivative Finanzmarktprodukte,
die von steigenden Kursen des Basiswertes überdurchschnittlich profitieren, während Kursrückgänge
lediglich "einfach" zählen. Dies unterscheidet Outperformance-Zertifikate gegenüber klassischen Long-Knock-Out-Produkten
bzw. Call-Scheinen, bei denen der Hebelfaktor in beide Richtungen wirkt. Das bedeutet:
Outperformance-Zertifikate bieten nach oben hin einen Hebel. Ausgedrückt wird dieser durch
die sogenannte Partizipationsrate, die durch Multiplikation des Differenzbetrag von Anfangskurs
und Kurs am Laufzeitende den Zertifikate-Ertrag ergibt. Der Kurs des Basiswertes am Laufzeitende
zählt, wenn die Notierung sich unterhalb des Niveaus bei Emission des Zertifikats befindet.
Das Bezugsverhältnis gibt an, wie viele Zertifikate notwendig sind, um eine Einheit des
Basiswertes zu erwerben. So bedeutet ein Bezugsverhältnis von 1:1, dass 1 Zertifikat zum
Kauf einer Einheit des Basiswertes berechtigt. Zur Funktionsweise:
Ein Basiswert kostet 100 Euro und ein entsprechendes Outperformance-Zertifikat
kostet ebenfalls 100 Euro. Der Hebel beträgt 2. Steigt die Aktie bis zum
Laufzeitende beispielsweise auf 130 Euro, ergibt sich für den Anleger ein
Gewinn in Höhe von 60 Euro ((130-100) x 2). Fällt der Basiswert mit 70 Euro
hingegen unterhalb das Ausgangsniveau von 100 Euro, zählt lediglich die einfache
Kursveränderung und der Verlust beträgt in diesem Fall 20 Euro (100-80 Euro).
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Knock-Out-Scheine
Knock-Out-Produkte, die zur Gruppe der Hebelzertifikate gehören, sind derivative
Finanzmarktprodukte, die eine Partizipation an steigenden und fallenden Kursen ermöglichen. Die Bewegungen des
Basiswertes werden dabei nahezu exakt wiedergegeben. Da die Zertifikate grundsätzlich günstiger sind als
die Basiswerte selbst, haben Derivate eine Hebelwirkung.
Ein Knock-Out, der von steigenden Notierungen profitiert, wird als "Call", "Long", "Bull", oder "Turbo" bezeichnet.
Produkte, die bei fallenden Notierungen zulegen, werden auch als "Put", "Bear" oder "Short" bezeichnet.
Der Zertifikatepreis ergibt sich, unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses, lediglich aus der Differenz
zwischen dem Kurs des Basiswertes und dem Basispreis des Knock-Out. Das Bezugsverhältnis bestimmt, wie viele Knock-Outs
notwendig sind, um eine Einheit des Basiswertes zu erwerben. So bedeutet ein Bezugsverhältnis von 1:100, dass 100
Knock-Outs zum Kauf einer Einheit des Basiswertes berechtigen. Den spekulativen Charakter erhält das Hebelzertifikat
neben den Hebel durch die Knock-Out-Grenze. Wird diese Barriere bei einem Long-Zertifikat unterschritten beziehungsweise
bei einem Short-Zertifikat überschritten, verfällt das Derivat wertlos. Zur Funktionsweise:
Ein Basiswert notiert aktuell bei 100 Euro. Zu diesem gibt es ein Long-Hebelzertifikat, das bei einem Basispreis von 80 Euro
sowie einem Bezugsverhältnis von 1:1 bei 20 Euro notiert. Steigt der Basiswert nun auf 130 Euro (+30%), erzielt das Zertifikat
150% Gewinn (130-80=50). Umgekehrt kommt es zum Totalverlust, wenn der Basiswert auf 80 Euro fällt (80-80=0). Diese wesentlich
stärkere Kursbewegung eines Knock-Outs gegenüber dem Basiswert wird als Hebelwirkung bezeichnet.
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Optionsscheine
Ein Optionsschein ist eine verbriefte, an der Börse handelbare Option.
Für den Optionsscheininhaber besteht das Recht, nicht aber die Verpflichtung, einen Basiswert (Aktie, Rohstoff etc.) zum Basispreis,
in einem bestimmten Bezugsverhältnis und innerhalb eines festgelegten Zeitraumes zu kaufen oder zu verkaufen.
Ein Optionsschein mit "Kauf-Recht" wird als Call-Optionsschein bezeichnet und profitiert von steigenden Kursen des Basiswertes.
Das "Verkaufs-Recht" wird Put-Optionsschein genannt und gewinnt bei fallenden Notierungen des Basiswertes.
Der Basispreis ist der Kurs, zu dem der Basiswert ge- bzw. verkauft werden kann. Das Bezugsverhältnis bestimmt, wie viele Optionsscheine
notwendig sind, um eine Einheit des Basiswertes zu erwerben. So bedeutet ein Bezugsverhältnis von 1:100, dass 100 Optionsscheine zum
Kauf einer Einheit des Basiswertes berechtigen. Dabei können Optionsscheine europäischer Art nur am Ende der Laufzeit ausgeübt
werden, Scheine amerikanischer Art jederzeit innerhalb der Laufzeit. Zur Funktionsweise:
Ein Basiswert notiert aktuell bei 100 Euro. Zu diesem gibt es einen Call-Optionsschein, der 25 Euro kostet. Dieser berechtigt dazu, den Basiswert zu
80 Euro (Basispreis) innerhalb einer bestimmten Frist und im Verhältnis 1:1 (Bezugsverhältnis) zu erwerben. Steigt der Basiswert bis zum
Ende der Laufzeit auf 130 Euro (+30%), erzielt der Optionsschein 100% Gewinn (130-80=50). Umgekehrt kommt es zum Totalverlust, wenn der Basiswert
auf 80 Euro fällt (80-80=0). Diese wesentlich stärkere Kursbewegung eines Optionsscheines gegenüber dem Basiswert wird als Hebelwirkung bezeichnet.
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