15:23 15.11.08 DAI: Finanzkrise oder Abgeltungsteuer: Was sollte die langfristige Aktienanlage bestimmen?
In diesen Tagen stehen Menschen, die langfristig in Aktien investieren möchten, vor einer schwierigen Entscheidung. Auf der einen Seite wird auf realisierte Kursgewinne von Aktienanlagen, die ab dem 1. Januar 2009 getätigt werden, Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer erhoben. Wer also bis ins nächste Jahr mit einem Aktienkauf wartet, muss von etwaigen Kursgewinnen rund ein Viertel an den Fiskus abführen. Dies kann dafür sprechen, langfristige Aktienanlagen noch dieses Jahr zu tätigen, erklärt das Deutsche Aktieninstitut.
Auf der anderen Seite kann angesichts der Finanzkrise nicht ausgeschlossen werden, dass die Kurse zwischenzeitlich weiter nachgeben. In diesem Fall könnten sich auch im nächsten Jahr günstige Einstiegsgelegenheiten ergeben, so dass der negative AbgeltungsteuerEffekt ausgeglichen wird.
Dazu ein Beispiel: Derzeit steht der DAX in seiner um Dividendenzahlungen bereinigten Form (der ,,normale" DAX enthält auch die Dividendenrendite) bei rund 3.000 Punkten. Wenn er sein 52-Wochen-Hoch von 5.300 Punkten wieder erreicht, würden aus heute investierten 10.000 Euro rund 17.700 Euro. Der Gewinn von 7.700 Euro wäre steuerfrei. Würde hingegen erst nächstes Jahr ebenfalls bei 3.000 Punkten investiert, so würde sich durch die Abgeltungsteuer der Gewinn um 25 Prozent auf rund 5.750 Euro nach Steuern verringern.
Fiele der Kurs-DAX im nächsten Jahr hingegen auf 2.500 Punkte, dann könnten aus 10.000 Euro bei einem Wiederanstieg auf 5.300 Punkte immerhin 21.200 Euro werden. Die Abgeltungsteuer wäre zu verkraften, denn es bliebe ein Nachsteuergewinn in Höhe von 8.400 Euro. Dann wäre es besser, mit der Anlage bis zum nächsten Jahr zu warten.
Je stärker der Index steigt - und das bedeutet praktisch: je länger der Anleger die Aktien in seinem Depot hält -, desto niedriger wird der Effekt möglicherweise günstigerer Einstiegskurse im nächsten Jahr, und desto stärker schlägt die Steuerfreiheit der Kursgewinne zu Buche.
Leider sind keine absolut zuverlässigen Prognosen zur kurzfristigen Kursentwicklung möglich. Der Anleger muss sich daher selbst eine Meinung bilden, wo er die Kurse im nächsten Jahr und bei Auflösung seines Depots erwartet, erklärt das Deutsche Aktieninstitut. Grundsätzlich gilt: Je stärker die Kurserholung in der langen Frist sein wird, desto eher lohnt sich ein Einstieg noch in diesem Jahr. Im obigen Beispiel wäre dies z.B. der Fall, wenn die Kurse nicht noch einmal mehr als circa 13 Prozent nachgeben.
Ihr Ansprechpartner:
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