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18:13 10.11.11

DAI-Studie: Wechsel vom Vorstand in den Aufsichtsrat seltener als vermutet

Der Wechsel eines Vorstandsmitglieds in den Aufsichtsrat desselben börsennotierten Unternehmens ist weitaus seltener, als es die intensive öffentliche Diskussion erwarten lässt. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer Erhebung des Deutschen Aktieninstituts.

 

Nur 5,5 Prozent der aktuell 728 Aufsichtsräte der Anteilseignerseite des HDAX waren zwischen 2002 und 2011 Mitglied im Vorstand des gleichen Unternehmens. Seit In-Kraft-Treten der gesetzlichen Pflicht zu einer „Cooling-Off-Periode“ im Jahr 2009 erfolgten nur sieben Wechsel vom Vorstand in den Aufsichtsrat des gleichen Unternehmens.

 

„Der Wechsel vom Vorstand in den Aufsichtsrat erfolgt keineswegs quasi automatisch, wie oft behauptet wird“, kommentierte Rüdiger von Rosen, Leiter des Deutschen Aktieninstituts, die Ergebnisse der Untersuchung. Es gebe außerdem gute Gründe, den Sachverstand früherer Vorstände im Aufsichtsrat weiter zu nutzen. Empirische Studien hätten keinen Nachweis erbracht, dass der direkte Wechsel vom Vorstand in den Aufsichtsrat nachteilig für das Unternehmen sei.

 

„Grundsätzlich sollten die Aktionäre frei sein in ihrer Entscheidung, wen sie in den Aufsichtsrat ihres Unternehmens wählen“, so von Rosen. So wie bei Wahlen zum Parlament das Votum der Wähler akzeptiert werde, sollte auch das Vo-tum der Aktionäre bei der Wahl der Aufsichtsräte akzeptiert werden. Dazu müsse man aber erst einmal zulassen, dass Aktionäre überhaupt eine Wahl haben. Von Rosen: „Die gesetzliche Karenzzeit von zwei Jahren schadet dem Unternehmen, seinen Aktionären und Mitarbeitern mehr, als sie nützt.“



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