Dax 10525.0 0.11%
MDax 20551.0 -0.04%
TecDax 1686.0 -0.03%
BCDI 128.75 0.00%
Dow Jones 19170.42 -0.11%
Nasdaq 4738.16 0.26%
EuroStoxx 3014.0 -0.05%
Bund-Future 161.12 0.83%

Dax-Trading

Dax-Trading Grundlagen
Dax-Trading

Das Derivate Universum

Auch wenn die Deutsche Börse die genaue Zusammensetzung der deutschen Indizes immer transparent und für jeden nachvollziehbar veröffentlicht, ist die direkte Nachbildung der DAX-Indizes durch den Erwerb von Aktien der einzelnen Indexmitglieder sehr schwierig und kostenintensiv. Um dennoch an DAX, MDAX bzw. TecDAX partizipieren zu können, wurde von den Banken eine große Zahl an unterschiedlichen Derivaten geschaffen, deren Wertentwicklung direkt an die Entwicklung der Indizes gekoppelt ist. Die Preisbildung von Derivaten folgt dementsprechend der Preisentwicklung des zugrundeliegenden Basiswertes. Dabei steigt der Preis von sogenannten Long-, Hausse- oder Call-Engagements, wenn im gleichen Zeitraum auch der Kurs des Basiswertes (z.B. DAX) steigt. Andere Derivate wiederum, die Short-, Baisse- oder Put-Instrumente, verhalten sich in einem solchen Fall genau umgekehrt, denn deren Preis fällt, wenn der Basiswert steigt. Diese Produkte sind daher für Investoren geeignet, die von fallenden Märkten ausgehen, denn der Wert eines DAX-Puts steigt, wenn der Kurs des deutschen Leitbarometers fällt. Neben der Kursentwicklung des Basiswertes spielen meist noch eine ganze Menge anderer Faktoren bei der Preisbildung von Derivaten eine Rolle. Im Detail:

Bezugsverhältnis


Oftmals bieten Derivate aufgrund des geringen Bezugsverhältnisses und der damit relativ kleinen Stückelung die Möglichkeit, überproportional an der Entwicklung des zugrunde liegenden Basiswertes, etwa dem DAX, zu profitieren und mit relativ kleinem Einsatz große Gewinne zu erzielen. Ein Beispiel: Wird ein Index-Derivat mit einem Bezugsverhältnis von 1:100 erworben, so muss der Investor lediglich 1% des Direktinvestments aufbringen, um an der Kursbewegung partizipieren zu können.

(Rest)Laufzeit

Da der Käufer eines Derivats das Recht erwirbt, einen bestimmten Gegenstand (bspw. DAX-Index) zu vorab festgelegten Konditionen zu kaufen oder zu verkaufen, wird das Derivat im Regelfall teurer, je länger die Laufzeit ist. Denn je länger die Laufzeit, desto größer ist die Chance des Derivate-Besitzers, Gewinne zu erzielen. Da viele Derivate mit einer festen Laufzeit ausgestattet sind, gleicht ein Investment in Derivaten oft einem Wettlauf gegen die Zeit. Denn mit jedem Tag weniger Restlaufzeit sinken die Gewinn-Chancen, sodass auch jeder Tag ein Teil der im Preis enthaltenen Laufzeitprämie verloren geht und der Wert des Derivats alleine dadurch sinkt. Experten sprechen hier vom sogenannten Zeitwertverlust.

Volatilität

Je größer die Kursschwankungen (=Volatilität) von DAX, MDAX oder TecDAX ausfallen, umso teurer werden die Derivate. Denn auch hier steigen mit Zunahme der Schwankungen die Chancen auf hohe Wertsteigerungen. Sind die Schwankungen an Aktienmärkten besonders hoch, wie zum Beispiel nach den Anschlägen vom 11. September 2001, dann sind viele Derivate besonders teuer. Der Grund ist, dass aufgrund der Verunsicherung die Marktteilnehmer auch zukünftig von großen Ausschlägen an den Börsen ausgehen und dadurch eben große Chancen auf hohe Gewinne in beide Richtungen bestehen. Gehen diese Schwankungen bzw. die Erwartungen auf zukünftig starke Kursausschläge wieder zurück oder beruhigt sich die Stimmung auf dem Parkett wieder, dann verlieren automatisch viele Derivate einen Teil der im Wert enthaltenen „Schwankungsprämie“.

Optionen und Optionsscheine

Bereits seit vielen Jahrzehnten bekannte und bewährte Derivate sind Optionen bzw. Optionsscheine. Der Käufer einer Option oder eines Optionsscheines erwirbt das Recht, eine genau festgelegte Menge eines Basiswertes (z.B. eines bestimmten Aktienindex) innerhalb einer bestimmten Frist und zu einem festgelegten Preis zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put). Dieses Recht wird als Optionsrecht bezeichnet. Für dieses Recht muss der Optionskäufer eine Prämie bezahlen, die Optionsprämie. Der Verkäufer hingegen muss auf die Anweisung des Käufers reagieren und auf dessen Wunsch hin den zugrunde liegenden Basiswert – je nach Optionstyp – entweder zu dem festgelegten Preis kaufen oder eben an den Käufer verkaufen. Für dieses „Stillhalten“ erhält er die Optionsprämie. Da der Kapitaleinsatz für Optionen, gemessen an dem direkten Erwerb des zugrunde liegenden Basiswertes, in der Regel sehr gering ist, bieten sie meist sehr große Hebel und damit große Gewinn-Chancen. Aber: Dadurch sind auch die Verlustrisiken höher als bei einem Direktinvestment. Beim Trading mit Optionen ist also ein noch strikteres Risikomanagement notwendig, als dies bei „normalen“ Wertpapieren schon der Fall sein sollte. Optionen und Optionsscheine gibt es – wie die meisten anderen Derivate auch – als Long oder Short-Variante. Optionen, mit denen man auf steigende Kurse des zugrunde liegenden Basiswertes setzen kann, werden als Kauf-Optionen oder Call-Optionen bezeichnet. Sie verbriefen das Recht, den Basiswert zu den festgelegten Optionsbedingungen zu kaufen. Mit dem Kauf von Kaufoptionsscheinen können Investoren theoretisch unendlich hohe Gewinne erzielen, da der Kurs des Basiswertes ebenfalls unendlich steigen kann. Optionen, mit denen man an fallenden Kursen des zugrunde liegenden Basiswertes partizipieren kann, werden als Verkaufs-Optionen oder Put-Optionen bezeichnet. Sie verbriefen das Recht, den Basiswert zu den festgelegten Optionsbedingungen zu verkaufen. Da der Kurs des Basiswertes „nur“ bis auf 0 fallen und nicht in den negativen Bereich abrutschen kann, sind die erzielbaren Gewinne eines Verkaufs-Optionsscheines begrenzt.

Knock-Out-Zertifikate

Es gibt neben den Kauf- oder Verkaufs-Optionen auch noch andere Derivate, die lukrative Index-Investments ermöglichen. In manchen Marktphasen kann es sich anbieten, sogenannte Knock-Out-Derivate (auch als Hebelzertifikate bezeichnet) statt normaler Optionen zu verwenden. Auch Knock-Out-Derivate bieten dem Anleger eine große Hebelwirkung, die ebenso wie bei den Optionsscheinen in beide Richtungen - steigende oder fallende Kurse des Basiswertes - wirken. Allerdings unterliegen Knock-Out-Derivate nicht dem bei Optionen so tückischen Zeitwertverlust. Das bedeutet, dass sie aufgrund sich ständig verkürzenden Restlaufzeit keine Verluste hinnehmen müssen. Dies macht Knock-Out-Derivate besonders interessant. Allerdings gibt es auch bei diesen Produkten einen Wehmutstropfen zu beachten: In den Derivatebedingungen ist regelmäßig eine sogenannte Knock-Out-Barriere eingebaut. Unterschreitet bei einem Long-Knock-Out-Zertifikat, das von steigenden Kursen des Basiswertes profitiert, oder überschreitet bei Short-Knock-Out-Zertifikat der Basiswert diese festgelegte Schwelle, dann verfällt das jeweilige Derivat mit sofortiger Wirkung wertlos.

Bei Knock-Out-Zertifikaten ist deshalb das richtige Markttiming aufgrund des sofortigen Verfalls bei Erreichung der Knock-Out-Barriere also von entscheidender Bedeutung. Beim Kauf von Knock-Out-Derivaten ist neben der Entscheidung, ob ein Long- oder doch besser ein Short-Derivat gekauft werden soll, die Wahl der Barriere entscheidend für Erfolg oder Misserfolg einer Anlage. Auch das regelmäßige Überprüfen der Knock-Out-Position ist sehr wichtig, um jederzeit die richtigen Entscheidungen treffen zu können und einen Totalverlust im Falle eines Knock-Outs zu umgehen.