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Dividenden

Dividendenstrategie Dogs-of-the-Dow

„Dividenden sind der neue Zins“, so oder ähnlich klingen die Schlagzeilen in den Medien. Deshalb steigt das Interesse an Dividendenstrategien. Eines der bekanntesten Anlagekonzepte, das den Fokus auf Ausschüttungen richtet, ist die Dogs-of-the-Dow-Strategie.

Woher kommt die Dogs-of-the-Dow-Strategie?

1991 machte Michael B. O`Higgins die Dogs-of-the-Dow-Strategie einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Dabei werden anhand der Dividendenrendite zehn Werte des Dow Jones ausgewählt, um vom Anstieg unterbewerteter Aktien zu profitieren. Die Bezeichnung „Dogs“ in Dogs-of-the-Dow stammt aus der US-amerikanischen Umgangssprache. Dort steht der Begriff dog für eine „wertlose Sache“. Damit ist also eine Investition in die am meisten unterbewerteten (also unpopulärsten) Aktien gemeint. Ergebnisse zur Dogs-of-the-Dow-Strategie veröffentlichte Michael B. O`Higgins mit John Downes im Buch „Beating the Dow“ (Neuauflage 2000). O`Higgins konnte nachweisen, dass das Konzept von 1973 bis 1999 den Dow Jones outperformte.

Welche Gedanken stehen hinter der Dogs-of-the-Dow-Strategie?

Die Idee der Dogs-of-the-Dow-Strategie besteht darin, unterbewertete Aktien aus dem Dow Jones herauszufiltern, um von deren Aufholjagd zu profitieren. Michael B. O`Higgins stellte fest, dass Dividenden sich konstanter entwickeln als z.B. Gewinn oder Umsatz eines Unternehmens. Deshalb soll eine hohe Dividendenrendite auf eine Unterbewertung der Aktie und damit einen günstigen Kurs hindeuten. Die Strategie ist recht einfach umzusetzen:

Wie werden die zehn Dogs-of-the-Dow ausgewählt?

Zu Beginn eines Jahres wird ein Ranking der 30 Dow-Jones-Werte nach der Höhe der Dividendenrenditen erstellt. Aus den im zurückliegenden Jahr gezahlten Dividenden und den Jahresschlusskursen ergibt sich anschließend die ausschlaggebende Kennzahl. Die Formel setzt sich wie folgt zusammen:

Die Anlagesumme wird dann zu gleichen Teilen auf die zehn Aktien mit der höchsten Dividendenrendite verteilt. Alle zehn Titel werden ein Jahr durchgehend gehalten (Buy-and-Hold-Strategie). Das Auswahlverfahren wiederholt sich erst im nächsten Jahr, sobald die Jahresschlusskurse feststehen.

Aktuelle Aktien im Dogs-of-the-Dow-Depot für 2017

In der folgenden Tabelle sehen Sie die aktuellen Dogs-of-the-Dow-Aktien für 2017.

NameDividendenrendite
Verizon 4.3%
Pfizer 3.9%
Boeing 3.7%
Chevron 3.7%
Cisco Systems 3.4%
Coca-Cola 3.4%
IBM 3.4%
Caterpillar 3.3%
ExxonMobil 3.3%
Merck 3.2%

 

Wie hat sich das Ergebnis der Dogs-of-the-Dow-Strategie seit 1995 entwickelt?

O’Higgins kam im Beobachtungszeitraum von 1973 bis 1999 auf das Ergebnis, dass die Dogs-of-the-Dow eine Outperformance gegenüber dem Dow Jones erreichten. Wie performte die Strategie von 1995 bis Ende 2016?

Wer die Dogs-of-the-Dow-Strategie befolgte, konnte eine Anlage von 10.000 Dollar im Jahr 1995 ohne Berücksichtigung der Dividenden bis 2016 mehr als verdreifachen (32.659 Dollar). Das entspricht einer Performance von 227% bzw. einer durchschnittlichen Rendite von 6,10% p.a.

Ein direktes Investment in den Dow Jones hätte aus 10.000 Dollar ein Vermögen von 38.622 Dollar bis Ende 2016 gemacht. Die Performance von 286% (6,99% p.a.) lässt die Anlagestrategie der Dogs-of-the-Dow ohne Ausschüttungen klar hinter sich.

Unter der Berücksichtigung der Dividenden, die dem Depot in Form von Reinvestitionen wieder zufließen, steigt der Depotwert auf 64.036 Dollar. Damit wurde ein Zuwachs von 540% in 21 Jahren erzielt. Das Ergebnis zeigt, welchen starken Einfluss Dividenden auf den Depotwert haben: Denn durch die Dividenden steigt die Gesamtrendite im Mittel auf 9,73% pro Jahr.

Wie sich Dog of the Dow, Dogs-of-the-Dow mit Dividenden und der Dow Jones im Zeitraum von 1995 bis 2016 entwickelt hätten, sehen Sie in der nachfolgenden Grafik.

dod Entwicklung Risiken bei der Dogs-of-the-Dow-Strategie

Wer der Strategie folgt, ist immer zu 100% investiert. Das bedeutet, es werden alle Höhen und Tiefen mitgemacht. Wie die Grafik zeigt, mussten zwischenzeitlich auch erhebliche Verluste hingenommen werden.

Zudem kann die Dogs-of-the-Dow-Strategie zu einem überproportionalen Branchenrisiko führen. So befanden sich 2008 viele Finanzinstitute unter den Dogs-of-the-Dow (siehe dazu auch die vergangenen Zusammensetzungen), die durch die Finanzkrise besonders schwer betroffen waren. Zusätzlich wurde während der Finanzkrise ein Großteil der Dividenden gestrichen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass durch blindes Verfolgen der Dogs-of-the-Dow-Strategie auch Nieten ins Depot geholt werden. So war z.B. General Motors von 1997 bis 2008 dank der hohen Dividendenrendite stets unter den Dogs-of-the-Dow. Die immer weiter steigende Dividendenrendite resultierte aber nicht aus höheren Dividenden, sondern aus über Jahre hinweg fallenden Kursen. 2009 musste beispielsweise General Motors sogar Insolvenz anmelden und wurde zum Teil verstaatlicht.

Welche Aktien wurden in der Vergangenheit durch die Dogs-of-the-Dow-Strategie ausgewählt?

Klicken Sie bitte auf die entsprechende Jahreszahl, um die Dogs-of-the-Dow-Aktien zu sehen.

2017 2016 2015 2014
2013 2012 2011 2010
2009 2008 2007 2006
2005 2004 2003 2002
2001 2000 1999 1998
1997 1996    


Fazit Dogs-of-the-Dow-Strategie:

Während O’Higgins mit der Dogs-of-the-Dow-Strategie im Zeitraum von 1973 bis 1999 eine Outperformance nachweisen konnte, reichte die Performance der Dogs-of-the-Dow-Strategie (nur Kursentwicklung) von 1995 bis 2016 nicht aus, um den Dow Jones zu schlagen. Das Konzept weist allerdings auch hohe Risiken auf. Aber wir wissen jetzt:

Konstante Ausschüttungen sind ein wichtiger Renditefaktor!

Wichtiger als die Dividendenrendite sind konstant steigende Ausschüttungen. Die Dividendenrendite ist nur eine Momentaufnahme und zeigt einem Investor nicht, ob es sich um eine langfristig erfolgreiche Aktie handelt. Denn kann ein Unternehmen die Gewinnbeteiligung stetig erhöhen weist dies auf eine solide Firma hin. An den Börsen gibt es solche Perlen, die zum Teil Dividendenhistorien von über 100 Jahren haben. Im kostenlosen boerse.de-Report finden Sie 20 Aktien, die bereits seit über 100 Jahren Dividende zahlen...

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