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Branchen-ETFs
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ETFs bieten jedoch noch wesentlich mehr Möglichkeiten, die Sie als Anleger nutzen können. So werden ETFs nicht nur auf einzelne Länder herausgegeben, sondern auch auf die verschiedensten Branchen.
Im Verlauf eines Konjunkturzyklus steigen Branchen auf, während andere auf Talfahrt gehen.
Zu Beginn eines Zyklus profitieren meistens Chemieunternehmen, da Rohstoffe noch billig sind.
Mit dem anhaltenden Wirtschaftsaufschwung legt die Investitionsgüterbranche zu, da die Nachfrage dazu führt, dass vor allem Industrieunternehmen ihre Produktion ausweiten und neue Maschinen und Anlagen anschaffen.
Erreicht der Wirtschaftszyklus die Boomphase steigen auch die Löhne und Gehälter. Der Konsum zieht merklich an, so dass die Konsumgüterbranche und der Handel zu den Gewinnern zählen und höhere Umsätze verbuchen.
In der Endphase der Hochkonjunktur nimmt die Zahl der Bauprojekte zu, so dass auch die Baubranche Zuwächse verzeichnen kann.
Dieser Konjunkturzyklus beginnt jedes Mal von neuem. Dieses Phänomen bezeichnen Fachleute als Branchenrotation.
Einige wenige Wirtschaftszweige gelten als konjunkturresistent. Ihr Geschäftsmodell ist unabhängig vom Auf und Ab des Zyklus. Solche Branchen haben für Anleger den Vorteil, dass sie sowohl in einer Wirtschaftskrise als auch in einer Boomphase zu den Gewinnern zählen. Dennoch sollte man diese »Konjunkturresistenz« nicht allzu wörtlich nehmen. Denn gerade Branchen, die sich von den Schwankungen der Wirtschaftstätigkeit abkoppeln können, profitieren gerade in einer Boomphase oft weniger als andere Wirtschaftszweige.
Zu diesen konjunkturunabhängigen Branchen zählen neben der Pharmaindustrie auch die Versorger und die Telekommunikation. Als Anleger sollten Sie sich aber nicht zu viel davon versprechen. Früher wurden Aktien dieser Wirtschaftszweige ironisch als »Witwen- und Waisenpapiere« bezeichnet. Doch dieser Vertrauensvorschuss ist längst dahin. Zahlreiche Gesundheitsreformen haben die Pharmaindustrie in Bedrängnis gebracht, und auch Energieversorger müssen sich dem zunehmenden Wettbewerb stellen. Ähnlich ergeht es Telekommunikationsunternehmen, die bei sinkenden Preisen und Flatrates nur noch geringe Gewinnmargen vorweisen können.
Nur Profis werden die Branchenrotation sinnvoll einsetzen können. Für die meisten Anleger ist es schwierig, den genauen Zeitpunkt zu bestimmen. Selbst renommierte Volkswirte haben Probleme, mit Sicherheit die Position in einem Konjunkturzyklus zu bestimmen. Als 2008 die schwere Wirtschaftskrise bereits spürbar wurde, prognostizierten zahlreiche Experten noch einen leichten Aufschwung, und auch die Zentralbanken, die über das beste Datenmaterial verfügen müssten, irrten sich in ihren Vorhersagen.
Für Anleger, die speziell auf einzelne Branchen setzen möchten, gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher ETFs, die nahezu jeden Wirtschaftszweig abdecken. Im Folgenden wird ein ETF für jede Branche aufgeführt. Für jede Branche gibt es zwischen 3 und 5 ETFs.
Beispiele für Branchen-ETFs
| Branche | Index | ISIN |
| Auto und Zulieferer | DJ STOXX 600 Automobiles & Parts | LU0378435043 |
| Banken | DJ STOXX 600 Banks | LU0378435399 |
| Bauwesen | DJ STOXX 600 Construction & Materials | LU0378435639 |
| Chemie | DJ STOXX 600 Chemicals | FR0010345470 |
| Haushaltsartikel | DJ STOXX 600 Pers. & Household Goods | FR0010344978 |
| Industriegüter | DJ STOXX 600 Ind. Goods & Services | LU0378436017 |
| Infrastruktur | S&P Global Infrastructure | LU0322253229 |
| Medien | DJ STOXX 600 Media | FR0010344929 |
| Rohstoffe | DJ STOXX 600 Basic Resources | LU0378435472 |
| Telekommunikation | DJ STOXX 600 Telecommunications | LU0292104030 |
| Versorger | DJ STOXX 600 Utilities | LU0378437338 |