Dax 11235.0 0.27%
MDax 21736.0 0.06%
TecDax 1757.0 0.03%
BCDI 133.37 0.00%
Dow Jones 19756.85 0.72%
Nasdaq 4894.66 0.78%
EuroStoxx 3214.5 0.08%
Bund-Future 161.54 0.08%

ETF-Wissen

ETF-Grundlagen
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Welche Kosten entstehen bei Kauf und Verkauf von ETFs?

Viele Anleger vernachlässigen bei der Geldanlage die Nebenkosten. Diese können jedoch die Rendite schmälern. Finanzberater haben oft ein großes Interesse daran, Kunden zu Umschichtungen zu bewegen; denn je häufiger ein Kunde kauft und verkauft, desto höher sind die Provisionen und Gebühren, von denen Finanzberater und Banken profitieren.

 

ETFs haben gegenüber herkömmlichen Investmentfonds etliche Vorteile: Sie haben keinen Ausgabeaufschlag und keine Performancegebühr. Es fallen jedoch jährliche Managementgebühren an, die aber viel geringer sind als bei Investmentfonds. Einziger Wermutstropfen: Um ETFs zu kaufen, müssen Sie diese über die Börse erwerben. Dabei fallen – wie bei allen Börsengeschäften – Bankprovisionen an. Bei einer teuren Bank müssen Sie 1 Prozent der Kaufsumme an Provisionen entrichten. Bei günstigeren Direktbanken wird oft nur eine Kostenpauschale in Rechnung gestellt, die im günstigsten Fall weniger als 10 Euro je Transaktion beträgt. Es lohnt sich also, die Angebote zu vergleichen. Einige Direktbanken bieten sogar den direkten Kauf von ETFs ohne Gebühren an, wenn Sie eine Mindestsumme von beispielsweise 1000 Euro anlegen.

 

Kostenübersicht

Aspekt Investmentfonds ETF
Ausgabeaufschlag (einmalig)

Aktienfonds: 5 – 6% 

Rentenfonds: 3% 

Mischfonds: 3 – 5% 

Immobilienfonds: 5% 

keiner
Jährliche Managementgebühr 1 – 2%

0 – 1%

Standardindizes: 0,15%

Seltenere Indizes: 0,3%

Komplexe Instrumente: bis 1%

Performancegebühr bei einigen Fonds: bis zu 20% des Gewinns keine
Kauf und Verkauf über Börse

Bankprovision: bis zu 1%
bei einigen Direktbanken: pauschal zwischen 6 und 30 Euro

Börsenplatzgebühr

Maklercourtage

Kosten fallen nur an, wenn Investmentfonds über die Börse erworben werden (dann entfällt der Ausgabeaufschlag)
Depotgebühr Bei einigen Banken: 1 – 3 Promille des Depotwerts
bei Depotbanken und Verwaltung durch Investmentgesellschaften: häufig kostenlos

 

 

Wie Sie Kosten beim Kauf von ETFs sparen können

  • Informieren Sie sich bei Ihrer Direktbank, ob ETFs auch außerbörslich angeboten werden. Dann entfallen sämtliche Bankprovisionen und Börsenplatzgebühren. Einige Direktbanken bieten ausgewählte ETFs außerbörslich über Premium-Partner an. 

  • Wenn Sie den ETF über die Börse kaufen, dann vergleichen Sie die Börsenplatzgebühren. Elektronische Börsen wie XETRA sind immer günstiger als der Parketthandel der Regionalbörsen. Beim Parketthandel fällt zusätzlich eine Courtage für den Börsenmakler an. Die börsenüblichen Gebühren liegen je nach Börse zwischen 0,02 und 0,08 Prozent des Auftrags.

  • Suchen Sie sich eine Bank aus, die möglichst niedrige Provisionen für den Börsenhandel berechnet. Einige Direktbanken legen eine Pauschale fest oder bieten eine bestimmte Anzahl von monatlichen Freikäufen, die von der Höhe Ihrer Anlagesumme abhängt. Ziehen Sie regelmäßig unabhängige Brokervergleiche heran, um die besten Konditionen zu finden.

Der außerbörsliche Handel von ETFs hat den Vorteil, dass Sie keine Bankprovision und keine Börsenplatzgebühren bezahlen müssen. Einige Banken bieten im außerbörslichen Handel besonders günstige Konditionen an. Beim Erwerb über die Börse kommt es manchmal zu so genannten Teilausführungen, d.h. Sie erhalten nur einen Teil der ETFs, die sich geordert haben. Die restliche Anzahl wird später ausgeführt. Manche Banken berechnen dafür erneut Gebühren.

 

Wenn Sie 200 ETFs kaufen und erhalten diese »häppchenweise« über mehrere Tage verteilt, dann kann dies die Bankprovision deutlich in die Höhe treiben. Im außerbörslichen Handel gibt es solche Teilausführungen in der Regel nicht. An der Börse können Sie Teilausführungen durch eine Orderart, die man »Fill or kill« nennt, vermeiden. Wenn Sie Pech haben, kann es allerdings sein, dass Ihr Kaufauftrag gar nicht ausgeführt wird, da die Stückzahl nicht erhältlich war. Bei ETFs ist dies allerdings selten, da die Emissionsbank als Market Maker dafür sorgt, dass alle Käufer zum Zuge kommen.

 

Vorteile des außerbörslichen Handels

  • sofortiger Handel
  • Handel auch außerhalb der Börsenzeiten (8 bis 22 Uhr)
  • geringere Gebühren
  • keine Bankprovision, keine Börsenplatzgebühren
  • keine Maklercourtage
  • keine Teilausführungen (angeforderte Stückzahl ist immer erhältlich)
  • teilweise völlig gebührenfreie ETFs (Premium-Angebote der Banken)

Bevor Sie also ETFs über die Börse kaufen, sollten Sie bei Ihrer Bank nachfragen, ob sie auch den außerbörslichen Handel mit ETFs ermöglicht und ausgewählte, gebührenfreie ETFs anbietet.

 

Kosten für das Management

 

Bei allen Fonds entstehen Kosten für das Management. Anleger sollten auf diese besonders achten, denn sie fallen jährlich an und werden vom Fondsvermögen einbehalten.

 

Auch Bei Indexfonds fallen jährliche Managementgebühren an, aber diese sind niedriger als bei herkömmlichen Investmentfonds. ETFs müssen den Index fortlaufend nachbilden. Die meisten Indizes werden vierteljährlich verändert, d.h. einige Aktien fallen aus dem Index heraus, während neue Kandidaten in den Index aufsteigen. Fast immer sind aber nur 2 oder 3 Aktien betroffen. Darüber hinaus müssen die Manager Ausschüttungen neu anlegen und allgemeine Verwaltungsaufgaben wahrnehmen.

 

Um die Höhe der jährlichen Managementgebühren vergleichen zu können, gibt es die TER (Total Expense Ratio) oder Gesamtkostenquote.

 

Die TER umfasst folgende Kosten:

  • Fondsgeschäftsführung
  • Portfoliomanagemen
  • Wirtschaftsprüfung
  • Betriebskosten

Sie sollten jedoch die Gesamtkostenquote nur als einen ersten Anhaltspunkt ansehen. In Deutschland wird sie erst seit 2004 angegeben und die Transaktionskosten sind nicht berücksichtigt. In den USA hat der Anlegerschutz eine viel längere Tradition. Dort wird die PTR (Portfolio Turnover Ratio) angegeben, die auch die Gehälter der Fondsmanager und die Handelskosten berücksichtigt.


Verbrauchschützer fordern daher eine Real Total Expense Ratio (RTER), die auch die Handelskosten und mögliche Performancegebühren mit einbezieht. Durchsetzen konnten sie sich allerdings nicht, da die Fondsbranche mit enormen Einbußen rechnen müsste.


In Deutschland liegt die TER für Aktienfonds bei durchschnittlich 1,4 Prozent. ETFs sind in dieser Hinsicht wesentlich günstiger.

 

ETF (Anlageschwerpunkt) TER
DAX 0,15%
Europa (DJ EURO STOXX 50) 0 bis 0,25%
Europa (DJ STOXX 50) 0,19 bis 0,50%
Japan 0,45 bis 0,50%
USA 0,25 bis 0,50%
Schwellenländer 0,45 bis 0,85%
Einzelne Branchen 0,25 bis 0,85%
Geldmärkte 0,10 bis 0,20%
Renten Deutschland 0,15%
Renten Europa 0,15 bis 0,25%
Renten USA 0,20%
Rohstoffindizes 0,30 bis 0,95%

 

Die jährliche Managementgebühr ist bei ETFs unschlagbar günstiger. Vor allem bei der Altersvorsorge, die sich oft über zehn, zwanzig oder mehr Jahre erstreckt, sollten Anleger auf die jährlichen Managementgebühren achten.