Dax 11030.0 0.39%
MDax 21249.0 0.03%
TecDax 1730.0 1.35%
BCDI 129.94 0.00%
Dow Jones 19549.62 1.55%
Nasdaq 4849.82 1.32%
EuroStoxx 3156.0 0.05%
Bund-Future 160.39 0.34%

ETF-Wissen

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ETF-Auswahlkriterium: Streuung

Marktbreite Indizes

 

Bei Ihrer Geldanlage sollten Sie eine möglichst breite Streuung beachten. Stellen Sie sich vor, Sie legen Ihr gesamtes Geld in Siemens-Aktien an. Wenn Sie nun Pech haben, sinken die Aktien in den nächsten Jahren deutlich. Besser ist es schon, wenn Sie, statt auf eine einzige Aktie zu setzen, einen ganzen Korb von Aktien erwerben. Für Kleinanleger ist eine breite Streuung aber meist nicht möglich, denn bei geringen Beträgen können Sie kaum die Aktien von Siemens, Bayer, Adidas, Deutscher Bank, SAP, Daimler und BMW kaufen. Viel ratsamer ist es, Sie kaufen den DAX, der ein Potpourri aus 30 verschiedenen Standardwerten umfasst. Mit einem DAX-ETF können Sie dies leicht umsetzen.

 

Es gibt sogar einige so genannte Broad-Market-Indizes, die noch breiter gestreut sind. So bildet der S&P 500 immerhin 500 nordamerikanische Aktien ab, und der Russell 3000 umfasst 3000 amerikanische Titel.


Doch viele Experten halten eine solche Streuung oder Diversifikation für unzureichend. Wenn Sie nur den DAX in Ihrem Depot haben, dann ist Ihre gesamte Geldanlage auf deutsche Standardwerte beschränkt. Das Risiko, das Sie eingehen ist dadurch relativ hoch. Eine wirklich breite Streuung würde auch mittelgroße und kleine Aktiengesellschaften (Mid und Small Caps) mit einbeziehen.

 

Doch auch das genügt nicht. Ein gutes Wertpapierportfolio sieht eine weltweite Streuung vor. Wenn beispielsweise die Kurse in Deutschland oder Europa stagnieren, herrscht vielleicht in Asien Hochstimmung. Sie sollten in Ihrer Geldanlage international aufgestellt sein. Zwar entstehen dadurch Währungsrisiken, aber im Allgemeinen hat es Vorteile, wenn Sie in den wichtigsten Regionen der Weltwirtschaft präsent sind.

 

Noch optimaler ist es, wenn Sie zusätzlich auf unterschiedliche Anlageklassen setzen. Anlage- oder Assetklassen sind beispielsweise Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Immobilien. Wenn durch eine Krise Aktien in den Keller gehen, profitieren Sie möglicherweise von einem Immobilienboom. In Krisenzeiten besinnen sich Anleger oft auf die Sicherheit des »Betongoldes«. Auch Rohstoffe sind von den Schwankungen der Aktienmärkte unabhängig und sorgen für eine größere Sicherheit Ihres Portfolios.

 

Wie Sie am besten diversifizieren

  • nach Größenklasse (Standard- und Nebenwerte)
  • nach Region (Deutschland, Europa, Nordamerika, Asien, Lateinamerika, andere Schwellenländer)
  • nach Anlageklassen (Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Immobilien)

Wie zuverlässig Ihre Streuung ist, hängt davon ab, ob die ausgewählten Investments miteinander zusammenhängen. Der Experte nennt das Korrelation.

 

Wenn Sie beispielsweise in deutsche und französische Aktien investieren, dann ist die Korrelation sehr eng. Denn die Wertentwicklung in Frankreich und in Deutschland ist sehr ähnlich. Sie haben damit keine zuverlässige Streuung erreicht.
 

In den letzten Jahren konnte man beobachten, dass sich viele Aktienmärkte im Gleichlauf entwickeln. Es gibt zwar gewisse Unterschiede, aber insgesamt herrscht an vielen Weltbörsen eine ähnliche Tendenz vor.

 

Geht es in New York bergab, streben auch die Börsen in Frankfurt, Paris, London, Schanghai und Tokio nach unten. Die Globalisierung hat viele Märkte enger zusammenrücken lassen, so dass sie sich viel stärker als früher beeinflussen und häufig im Gleichschritt marschieren. Aus diesem Grunde hat die Streuung nach Anlageklassen erheblich an Bedeutung gewonnen. Zwar können auch Rohstoffe in den Sog einer Krise geraten, aber Immobilien und Gold können sich oft behaupten, und auch Anleihen können ein Portfolio absichern.

 

Was die Aktienmärkte angeht, erreichen Sie mit marktbreiten Indizes eine bessere Streuung. Beispielsweise umfasst der weniger bekannte Russell 2000 immerhin 2000 amerikanische Aktien. Marktbreit ist auch der S&P500. Die gesamte Welt deckt der MSCI World ab, der jedoch nur die Blue Chips der entwickelten Länder zusammenfasst.

 

Beachten Sie das Währungsrisiko

 

Heutzutage gibt es Tausende von Indizes, so dass Sie für jede Region und jedes Segment einen passenden Index finden. Auch wenn Ihr ETF in Euro notiert, liegt ihm stets die Währung des jeweiligen Index zugrunde. Wenn Sie einen ETF auf den Dow Jones oder den S&P500 kaufen, haben Sie Ihr Geld nicht in Euro, sondern in US-Dollar angelegt, auch wenn der ETF in Euro notiert. Hier erfolgt nur eine automatische Umrechnung. Der eigentliche Index und die zugrunde liegenden Aktien sind immer in US-Dollar ausgewiesen, so dass Sie ein Währungsrisiko tragen. Viele Anleger verkennen diese Gefahr. Auch wenn Sie eine Aktie von IBM oder Apple kaufen, legen Sie Geld in US-Dollar an und nicht in Euro, auch wenn die Aktien an der Frankfurter Börse in Euro gehandelt werden.

 

Bei einer breiten Streuung verringern Sie jedoch das Währungsrisiko, da Sie ja nicht nur amerikanische, sondern auch europäische und asiatische Aktien in Ihrem Portfolio haben.