Dax 10525.0 0.11%
MDax 20551.0 -0.04%
TecDax 1686.0 -0.03%
BCDI 128.75 0.00%
Dow Jones 19170.42 -0.11%
Nasdaq 4738.16 0.26%
EuroStoxx 3014.0 -0.05%
Bund-Future 161.12 0.83%

ETF-Wissen

ETF-Grundlagen
ETF-Wissen

Was sind ETFs?

Exchange Traded Funds

ETFs sind börsengehandelte Indexfonds, d.h. sie bilden in den meisten Fällen einen marktbreiten Index ab. 1976 wurde in den USA ein Indexfonds aufgelegt, der Vanguard S&P 500, der sich an ein breites Publikum wandte. Als amerikanische Pensionsfonds, die die Altersvorsorge von Millionen Menschen verwalten, erstmals auf Indexfonds umstiegen, wurden sie von der Investmentbranche verspottet und belächelt.

 

Indexfonds bzw. ETFs, die immer nur den Durchschnitt des Marktes erreichen, galten als »langweilig«. Fondsmanager behaupteten, sie könnten diese Durchschnittsergebnisse durch eine aktive Auswahl von Wertpapieren mit Leichtigkeit überflügeln und bessere Resultate erzielen. Doch alle wissenschaftlichen Studien belegen das Gegenteil: Es ist selbst mit den besten Methoden und den ausgefeiltesten Strategien fast unmöglich, besser als der Markt zu sein. Es gilt nämlich an den Finanzmärkten ein ungeschriebenes, ehernes Gesetz: Wer besser als der Marktdurchschnitt sein will, muss höhere Risiken eingehen. Es ist nahezu unmöglich, den Markt langfristig zu »überlisten«.

 

ETFs machen sich diese Erkenntnis zunutze und verzichten darauf, besser als der Markt sein zu wollen. Sie geben einfach nur einen Markt wieder und erreichen damit die durchschnittliche Wertentwicklung. Die amerikanischen Pensionsfonds, die sich diese Philosophie zu Eigen gemacht haben, waren mit ihrer Entscheidung sehr zufrieden. In Europa setzten sich Indexfonds anfangs nur sehr zaghaft durch. Erst in den neunziger Jahren wuchs ihre Zahl. Der endgültige Durchbruch kam nach dem Jahr 2000.


ETFs sind allerdings mehr als nur börsengehandelte Fonds, denn auch herkömmliche Investmentfonds werden teilweise an der Börse gehandelt. Genau genommen sind ETFs börsengehandelte Indexfonds. Immer mehr Anleger entwickeln ein Kostenbewusstsein und bevorzugen deshalb die günstigen ETFs. Während beispielsweise ein herkömmlicher Investmentfonds jährlich eine Managementgebühr von 1 bis 2 Prozent veranschlagt, kommen ETFs auf Gebühren weit unter einem Prozent. Viele ETFs, die sich auf gängige und populäre Indizes wie den DAX oder Dow Jones beziehen, berechnen eine Gebühr zwischen 0,1 und 0,2 Prozent.


ETFs helfen Kosten sparen und sind in ihrer Anlagestrategie sehr transparent. Nachdem zwei Krisen die Märkte im vergangenen Jahrzehnt erschütterten, nämlich der 11. September 2001 und die schwere Wirtschafts- und Euro-krise, achten Investoren und Anleger sehr viel genauer auf die Kosten, die ein Fonds verursacht. Die Erkenntnis, dass die meisten Investmentfonds noch schlechter abgeschnitten haben als der Gesamtmarkt, hat viele Anleger dazu veranlasst, ihre Investmentfonds abzustoßen.

 

Vorteile von ETFs

  • hohe Transparenz
  • Börsenhandel
  • kein Ausgabeaufschlag
  • niedrige Verwaltungsgebühren
  • fortlaufende Kursstellung
  • hohe Flexibilität
  • kein Emittentenrisiko (Sondervermögen)

 

Mit dem Niedergang der klassischen Investmentfonds wurden ETFs zu einer begehrten Alternative. Die geringen Kosten, die Handelsvolumina und die Flexibilität zählen zu den großen Vorzügen, die ETFs zu einem wichtigen Anlageinstrument machen. Darüber hinaus gehören die Wertpapiere im ETF dem Anleger – sie sind geschütztes Sondervermögen, das auch bei einer Zahlungsunfähigkeit der Bank nicht zur Insolvenzmasse zählt. In den vergangenen Jahren entstand ein regelrechter Boom; und nicht nur in den USA erfreuen sich ETFs bei Privatanlegern und institutionellen Investoren großer Beliebtheit, sondern auch in Deutschland werden Jahr für Jahr mehr dieser Papiere aufgelegt. Inzwischen gibt es hierzulande bereits Hunderte von ETFs für die unterschiedlichsten Märkte und Anlageklassen.

ETFs bevorzugen eine passive Investmentphilosophie. Statt nach der besten und gewinnträchtigsten Aktie oder Anleihe Ausschau zu halten, begnügen sie sich mit dem Marktdurchschnitt.