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Kolumne11:50 11.10.11

Börsenexperte, Experte und Author Dr. Dr. Gerald Pilz
Achten Sie auf die Fondskosten

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

wer langfristig investiert, sollte stets die Kosten beachten, denn sie können die Rendite erheblich schmälern. Die auf Fonds spezialisierte Ratingagentur Scope hat hierzu eine Studie vorgelegt.

Aktive gemanagte Fonds sind 392 Prozent teurer als ETFs

Wer 10.000 Euro für 15 Jahre in einem aktiv gemanagten Aktienfonds anlegt, hätte bei einer durchschnittlichen Rendite von sechs Prozent am Ende ein Vermögen von 17.458 Euro. Jedoch würde der Anleger 6508 Euro an Kosten und Gebühren an den Fonds zahlen. Eine erschreckende Summe, die deutlich macht, wie sehr Kosten zu einer Belastung werden können. Noch schlimmer ist es, wenn der Anleger einen aktiv gemanagten Fonds gewählt hat, der zusätzlich eine Erfolgsgebühr (eine so genannte Performance Fee) erhebt. Diese ist oft schon fällig, wenn der Fonds in einem Quartal besser als der Vergleichsindex abschneidet, aber auf das Jahr gerechnet Verluste macht. Der Studie von Scope zufolge fallen bei einem solchen Fonds sogar 9922 Euro an Kosten an! Aktiv gemanagte Fonds lohnen sich vor allem für die Bank. Zum Vergleich: Bei einem ETF zahlen Sie für 10.000 Euro, die über 15 Jahre bei einer Durchschnittsrendite von 6 Prozent angelegt werden, nur 1321 Euro an Kosten. Und viele aktiv gemanagte Investmentfonds entwickeln sich schlechter als der Markt, was bei diesen Gebühren niemanden wundert.

Kostenunterschiede bei ETFs

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Auch bei Indexfonds sollten Sie auf die Kosten achten. Nehmen wir als Beispiel einen Dax-ETF. Fast alle Dax-ETFs haben aufgrund des intensiven Wettbewerbs eine jährliche Managementgebühr von 0,15 Prozent jährlich. Doch auch hier gibt es Unterschiede. Der Dax-ETF von Lyxor (ISIN: LU0252633754) und der von iShares (ISIN: DE0005933931) verlangen jeweils 0,15 Prozent jährlich. Wenn Sie aber genauer hinsehen, werden Sie erkennen, dass der Indexfonds von Lyxor Swaps enthält und der von iShares nicht. Der Dax-ETF von iShares ist damit vorteilhafter, da er auf die umstrittenen Tauschgeschäfte verzichtet.

Bei ETFs auf ausländische Aktienmärkte können die Unterschiede bei der Managementgebühr größer sein. Für einen ETF auf den Nasdaq 100 beispielsweise fordert die Credit Suisse (ISIN: IE00B53SZB19) 0,17 Prozent jährlich und verzichtet auf Konstruktionen mit Tauschgeschäften, während Comstage (ISIN: LU0378449770) 0,25 Prozent berechnet und Swaps verwendet.

Fazit

Achten Sie auf die Kosten, die sich bei langfristigen Anlagen deutlich auf die Wertentwicklung auswirken. Aktiv gemanagte Investmentfonds verursachen eine Belastung, die um ein Vielfaches höher liegt als bei ETFs. Aber auch bei Indexfonds können Sie durch sorgfältigen Vergleich Kosten sparen. Die sichereren, voll replizierenden ETFs sind oft genauso günstig oder sogar billiger als die risikoreicheren ETFs mit Swaps.

Mit den besten Empfehlungen
Ihr Dr. Dr. Gerald Pilz


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