Kolumne17:00 19.01.12
Aktien trotzen Rating-Agenturen
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
so fesselnd wie in den vergangenen Wochen waren die Finanzmärkte selten. Auf der einen Seite werten Rating-Agenturen in Europa immer mehr Staaten und Unternehmen ab. Andererseits treiben die Bullen an den Aktienbörsen einen Hauptindex nach dem nächsten zum Aufwärtstrend. In nur drei Wochen schafften allein acht unserer 18 Hauptmärkte den Trendwechsel. Jetzt steht der
Dax lediglich einen Wimpernschlag davor, ebenfalls in den Hausse-Modus zu schalten. Schon fragen Skeptiker, ob die Börsen zu optimistisch oder gar ignorant sind und in eine Bullenfalle laufen. Ich meine Nein. Im Einzelnen:
Die Nachrichten der Rating-Agenturen mögen erschreckend sein. S&P hatte neun Herabstufungen allein unter den Euroländern vorgenommen und wertet sogar den Rettungsfonds EFSF ab. Nun kündigte Fitch für sechs Euro-Staaten schlechtere Noten an, wobei Italien sogar um zwei Stufen fallen könnte. Einzelne Finanzinstitute wie Commerzbank sollen ebenfalls Bewertungsabschläge erhalten. Dem halten wir eine ganz einfache Wahrheit entgegen:
All diese Informationen sind aus Sicht der technischen Analyse in den Kursen bereits wieder eingepreist und in dem Sinne abgehakt. Die künftige Entwicklung der Märkte lässt sich am GD200 und anderen Instrumenten der Trendfolge wie der Trend-Breite ablesen. Gemessen daran hellt sich das Bild Tag für Tag stärker auf. Allein seit Jahresanfang wechselten neun von dreißig Dax-Unternehmen vom Abwärts- in den Aufwärtstrend. Die Trend-Breite des Barometers legte somit von 23% auf 57% zu. Zudem wird aktuell die Stimmung im gesamten Euroraum deutlich besser:
Auch der CAC 40 aus dem krisengeplagten Frankreich ist lediglich noch 4% vom Überkreuzen der 200-Tage-Linie entfernt. Selbst dem bankenlastigen (!) Euro Stoxx 50 fehlen aktuell nur 86 Punkte (3%) bis zum Trendwechsel. Das heißt:
Die Tendenz an den Aktienbörsen zeigt deutlich nach oben und wischt kraftvoll Bedenken wegen der Rating-Noten beiseite. Daher erwarte ich für 2012 sogar kräftige Aktiengewinne. Beispielhaft zeigt der Dax, wie weit es bei starken Aufwärtstrends nach oben gehen kann. In den vergangenen zehn Jahren hat das Leitbarometer in allen Hausse-Phasen, die länger als zwei Wochen dauerten, durchschnittlich knapp 13% zugelegt. Dabei wurden im Mittel 38% Gewinn erzielt.
Zusätzlich ergibt sich 2012 eine Sonderchance, da institutionelle Investoren wie Banken zurzeit viel Geld zu Niedrigstzinsen parken (aktuell etwa 500 Milliarden bei der EZB im Gegensatz zu 500 Millionen im Jahr 2007). Strömt ein Teil dieser Mittel trendfolgend an die Aktienbörsen, dürfte aus dem Aufwärtstrend eine Hausse werden, auf die ich mich bereits freue.
Handeln Sie erfolgreich!
Ihr
Janne Jörg Kipp
P.S.: Janne Jörg Kipp ist Trendbrief-Chefredakteur und unterstützt Sie täglich mit konkreten Empfehlungen zu den lukrativsten Trends in Aktien, Indizes, Devisen, Zinsen sowie Rohstoffen. Der Trendbrief erscheint mittlerweile im 24. Jahrgang und ist heute der maßgebliche Börsenbrief für Trends & Tradings.
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