Kolumne15:48 21.11.11
Aktienanlage: Rosarote Brillen vermeiden
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
vergangenen Freitag jährte sich ein eher trauriges Kapitel heimischer Wertpapiergeschichte zum 15. Mal: der Börsengang der Deutschen Telekom. Erst als Volksaktie in den Himmel gelobt und später tief abgestürzt, hat der Wert so manches Loch in die Depots von Privatanlegern gerissen und der deutschen Aktienkultur damit einen Bärendienst erwiesen. Selbst Manfred Krug, das Werbegesicht im rosaroten Emissionsgeschehen, bereute später, Aktien des ehemaligen Staatskonzerns angepriesen zu haben.
Das hilft den Betroffenen herzlich wenig. Aktionäre, die beim ersten Börsengang im Jahr 1996 dabei waren und bis jetzt durchgehalten haben, sitzen immer noch auf einem Verlust von 37 Prozent. Wertsteigerung sieht anders aus!
Das Unternehmen hat aber noch nachgelegt, denn mit hohen Gewinnausschüttungen sollen die Anleger bei der Stange gehalten werden. Wer jedoch auf die derzeitigen 7,5 Prozent Dividendenrendite hereinfällt, sitzt einer Milchmädchenrechnung auf. Jahr für Jahr verteilt die Deutsche Telekom nämlich fröhlich Gelder an die Aktionäre, welche gar nicht im Konzern erwirtschaftet wurden. Sprich: der Gewinn je Anteilschein ist geringer als die Dividende. Hier wird systematisch Kapital vernichtet und dies schlägt sich wiederum im zweifelhaften Kursverlauf nieder.
Falls auch Sie vor 15 Jahren (oder zu einem späteren Zeitpunkt) die rosarote Brille aufgesetzt haben, so nehmen Sie diese bitte wieder herunter. Im Zuge der Bereinigung des Depots sollten gleich alle weiteren Unternehmensanteile aus dem Depot entfernt werden, die lediglich noch als Karteileichen enthalten sind und auf dem Prinzip Hoffnung beruhen. Nur die besten Aktien sind gut genug, bei Langfristinvestments entscheidet stets die Qualität der zugrundeliegenden Wirtschaftseinheit über den Erfolg. Anleger sollten beim Vermögensaufbau nur in Unternehmen mit nachweislichem Gütesigel investieren. Bei der Auswahl von Werten allererster Güte hinsichtlich Rendite und Sicherheit helfen wir Ihnen im
boerse.de-Aktienbrief gern weiter.
Mit bester Empfehlung
Ihre
Katja Zacharias