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Kolumne13:49 24.01.12

Börsenexperte, Experte und Author Harald Ruppert
Aktienmärkte: Die Zuversicht ist messbar
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

neben Chart-, Markt- und Fundamentalanalyse stellen Sentiment-Indikatoren ein weiteres wichtiges Instrument zur Prognose von Kursverläufen dar. Diese Stimmungsindikatoren geben uns einen Einblick in die Gefühle und Meinungen der Marktteilnehmer. Durch Änderungen des Optionspreisniveaus – widergespiegelt im Volatilitätsindex (VDAX bzw. VDAX-New) – sind Stimmungen am Aktienmarkt besonders schnell auszumachen. Der auch als Angstindikator bezeichnete Index steigt an, wenn Unsicherheit und Nervosität unter den Marktteilnehmern zunehmen. Je höher der Wert, desto mehr Angst ist vorhanden. Hält zu einem späteren Zeitpunkt wieder Zuversicht Einzug, lässt diese in aller Regel den VDAX wieder fallen.

Dies führt zu folgenden Trading-Strategien:
1. Steigt die Volatilität, werden Short-Positionen eingegangen oder zumindest Long-Positionen geschlossen.
2. Fällt der VDAX (VDAX-New), können Long-Positionen eröffnet werden. Zumindest aber sollte über ein Schließen von Short-Engagements nachgedacht werden.

Eine weitere Tradingidee besteht darin, extreme VDAX-Werte zu handeln. Tops beim Volatilitätsindex fallen oftmals mit Tiefpunkten beim Aktienindex zusammen. Ebenso fallen besonders niedrige VDAX-Werte häufig mit Höchstständen beim Aktienindex zusammen. Wir sprechen in diesem Zusammenhang von einer negativen Korrelation der beiden Indizes. Im Chart wird dieser Zusammenhang schnell deutlich.

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Das Problem dabei: Die extremen VDAX-Werte lassen sich meist nur im Nachhinein bestimmen. Es ist also gewiss nicht falsch zu sagen, dass der Volatilitätsindikator als alleiniger Signalgeber wenig Sinn macht. Erst die geschickte Kombination mit der Charttechnik, Trendanalyse und dem Einsatz geeigneter Indikatoren (Gleitende Durchschnitte, Bollinger Bänder etc.) können für gute Trefferquoten sorgen.

Ein aktuelles Beispiel sehen wir hier:



Anfang Juli 2011 wird der Unterstützungsbereich im VDAX-New erneut erfolgreich getestet (oberer Chart Punkt 1). Vieles deutet auf eine lang andauernde Phase niedriger Volatilität hin. Doch bereits vier Wochen später kommt es zum zeitgleichen Bruch des Abwärtstrends im VDAX-New (Punkt 2) sowie zum Bruch der aufwärtsgerichteten Trendlinie beim DAX (Punkt 3).

Unmittelbar zuvor schien die Welt für den deutschen Leitindex noch völlig in Ordnung. Zwar konnte der Aktienindex seit Mai keine neuen Höchststände mehr erreichen, andererseits war der Aufwärtstrend aber noch intakt. Doch die folgenden Handelstage waren von sprunghaft steigender Nervosität (abzulesen am VDAX-New) und fallenden Kursen geprägt. Innerhalb von nur sechs Wochen wurde der DAX von 7.000 bis auf 4.966 Zähler durchgereicht.

Ein Blick auf den VDAX bzw. VDAX-New zeigt uns, in welcher Richtung „das große Geld“ in nächster Zeit „wandern“ wird. Allerdings ist der Arbeitsaufwand bei dieser Technik besonders hoch und wohl nur mit entsprechender Softwareunterstützung sinnvoll und mit Erfolg umsetzbar. Wenn Sie sich dennoch für VDAX oder VDAX-New interessieren, helfen Ihnen die folgenden ISIN weiter: VDAX DE0008467408 / VDAX-New DE000A0DMX99.

Viel Erfolg an der Börse
Ihr

Harald Ruppert


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