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Kolumne09:33 03.06.16

Börsenexperte und Autor Hermann Kutzer

Aktienmarkt – Widersprüche bremsen den Aufwärtstrend

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

doch, es bleibt dabei, dass unser Aktienmarkt weiter nach oben will. Aber es fehlen noch Kraft und Selbstsicherheit, um neu aufkeimende Unsicherheit einfach wegzustecken – die Börse reagiert nach wie vor höchst sensibel auf negativ klingende Nachrichten. Deshalb wird die Aufwärtsbewegung immer wieder unterbrochen, wenn die Akteure durch Zinsspekulationen, Ölpreise oder neue „Brexit“-Umfragen irritiert werden. 

Widersprüchliches kommt weiterhin bei der Beurteilung der Weltwirtschaft. Das zeigen jüngste Veröffentlichungen. Sie machen es den Anlegern alles andere als leicht, eine klare Meinung zu den fundamentalen Daten zu gewinnen. Ein kurzer Rückblick: Laut einer aktuellen EY-Analyse (Ernst & Young) haben konjunktureller Gegenwind und der starke Euro die Dax-Konzerne im ersten Quartal gebremst – dennoch schafften Deutschlands Top-Konzerne einen Rekordgewinn. In den ersten drei Monaten dieses Jahres schrumpfte zwar ihr Umsatz unterm Strich um gut 3 Prozent. Der Gewinn aber stieg um knapp 7 Prozent auf 34,6 Milliarden Euro – so viel wie noch nie in einem ersten Quartal. Spitzenreiter beim Gewinn war im ersten Quartal die Deutsche Telekom, die dank des Verkaufs eines britischen Tochterunternehmens und guter US-Geschäfte ihren Gewinn auf 4,5 Milliarden Euro verdreifachen konnte. 

Das klingt nicht schlecht. Dagegen warnt die OECD jetzt wieder: Die Weltwirtschaft sei in einer Phase geringen Wachstums gefangen. Es bedürfe koordinierter und umfassender Maßnahmen der Fiskal-, Geld- und Strukturpolitik, um auf einen höheren Wachstumspfad zu gelangen und um die politischen Versprechen vor allem gegenüber der jüngeren und der älteren Generation zu erfüllen. „Das Wachstum in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften bleibt schwach und hat sich in den Schwellenländern, die seit der Krise Zugpferd der Weltwirtschaft waren, abgeschwächt“, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría bei der Vorstellung des OECD-Wirtschaftsausblicks auf dem diesjährigen OECD-Forum in Paris. 

Die Nachrichten über die Stimmung der Anleger bestätigen die fehlende Klarheit im Börsenumfeld. Erstmals seit längerer Zeit gibt es bei der Befragung zum Profi-Börsentrend, die von der DAB Bank monatlich unter unabhängigen Vermögensverwaltern durchgeführt wird, mehr Pessimisten als Optimisten. Während 20 Prozent der Befragten für Juni steigende Aktienkurse erwarten, sehen 27 Prozent fallende Märkte voraus. Die Mehrheit – 53 Prozent – geht dagegen von einer überwiegend stabilen Entwicklung aus. Für die kommenden Wochen wird mit stärkeren Schwankungen aufgrund der Brexit-Thematik und der Diskussionen um einen möglichen Zinsschritt in den USA gerechnet. 

Von einem deutlichen Richtungswechsel der befragten institutionellen Anleger seit vergangenem Mittwoch berichteten gestern die Frankfurter Stimmungsanalysten. Ganze 12 Prozent sind aus ihren Dax-Aktien ausgestiegen und 11 Prozent direkt short gegangen. Das drückt den Sentiment-Index von euphorischen +31 Punkten auf +8 Punkte. Keinerlei Reaktion zeigten dagegen die privaten Anleger, deren Sentiment-Index unverändert bei +1 Punkt steht. In der Summe sieht Verhaltensökonom Joachim Goldberg den Markt aber wieder deutlich stabiler, denn die Anleger verfügten eigentlich über „genügend Kaufmunition." Allerdings scheine das langfristige Kapital aus dem Ausland dem deutschen Markt immer noch fern zu bleiben.

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Ich selbst neige – kurz zusammengefasst – zu folgendem Szenario: Konjunktur, Inflation und Zinsen stellen aus heutiger Sicht keine besondere Belastung für die Börse mehr da, wirken im weiteren Jahresverlauf eher anregend. Der Rohölpreis ist noch nicht gefestigt, ihn gilt es weiter zu beobachten. Trotz der jüngsten Umfrageergebnisse glaube ich nicht an den „Brexit“, so dass ein gewichtiger Unsicherheitsfaktor im Juni verschwinden dürfte. Deshalb halte ich es unverändert für sinnvoll, an schwächeren Tagen die Bestände insbesondere an deutschen und US-Aktien weiter aufzustocken. 

Noch eine gute Nachricht: Es wird Zeit, sich für den 9. Rosenheimer Börsentag am 16. Oktober anzumelden. Während aktuelle Empfehlungen nur eine Meinung darstellen, kann ich Ihnen versichern, dass dieser Event auf jeden Fall hoch interessant, nützlich und unterhaltsam sein wird! In diesem Jahr stößt der ursprüngliche Tag der offenen Tür des TM Börsenverlags in eine neue Dimension vor! Dazu Verlagschef Thomas Müller: „Wir haben diese Veranstaltung 2008 ins Leben gerufen und freuen uns seitdem Jahr für Jahr über steigende Besucherzahlen. Da unser Verlagshaus mit 700 Besuchern beim letztjährigen Börsentag schier aus den Nähten geplatzt war, ziehen wir nunmehr ins moderne Rosenheimer Kultur- und Konkresszentrum (KU‘KO) um. Der 9. Rosenheimer Börsentag wird also eine ganz besondere Veranstaltung, zumal wir mit Professor Dr. Max Otte den bekanntesten deutschen Börsianer als Keynote-Speaker gewinnen konnten. Im Mittelpunkt sind natürlich die Börsenverlag-Redakteure, die Ihnen den ganzen Tag für Diskussionen und die Beantwortung all Ihrer Fragen zur Verfügung stehen. Besuchen Sie die Infostände unserer Börsendienste und Kooperationspartner (z.B. Börse Stuttgart) sowie die halbstündlichen Vorträge zum BCDI und den neuen boerse.de-Services. Wir erklären Ihnen, wie Sie erfolgreich an der Börse investieren, denn in der Nullzins-Phase führt an Aktien einfach kein Weg vorbei. Traditionell werde ich dann zum Ende des Tages meine Börsenvision präsentieren und dabei unter anderem zeigen, warum der Dax auf 100.000 Punkte steigen wird.“

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Machen Sie also weiter mit – und machen Sie’s gut!
Ihr

Hermann Kutzer
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Performance Dax-Aktien 3. Quartal 2016

Platz: 30
Unternehmen: E.ON
Von 9,10 auf 6,30 Euro
Performance: -30,77%

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Champions-Timing - der richtigen Zeitpunkt ist entscheidend
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Unsere Einstiegs-Strategie: Nicht jeder Tag ist Kauftag. Die Gewinn-Chancen der Champions aus dem boerse.de-Aktienbrief lassen sich durch die Wahl des richtigen Einstiegszeitpunkts nochmals erheblich verbessern. Dafür bedarf es keinen hellseherischen Fähigkeiten, sondern es gilt, Kauf- und Nachkaufsignale mit Ruhe und Disziplin zu beachten.