Kolumne15:55 30.01.12
Aktienstreuung - 50 % Deutschland, 30% China, 20% USA
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
ist Ihnen aufgefallen, wie die Gewöhnung an das Ungewöhnliche immer weiter voranschreitet, so dass die Börse schon fast langweilig geworden ist? Dabei sind alle wichtigen Fragen zur Überwindung der Krise noch nicht oder nur teilweise beantwortet. Ich bleibe dabei: Die jüngsten Entwicklungen, so auch die Kurse selbst, sind für Aktien-Fans positiv zu werten, sind vielversprechend beim Blick nach vorn. Zum wiederholten Mal appelliere ich dennoch, vorsichtig und beweglich zu bleiben – böse Überraschungen sind nicht auszuschließen! Bedrohlich zuspitzen könnte sich beispielsweise der Iran-Konflikt, auch wenn Europa persisches Öl nicht unbedingt braucht – mit Ausnahme Griechenlands...
„Die drohende Staatspleite Griechenlands und der besorgniserregende Anstieg der portugiesischen Renditen könnten Dax-Anlegern in der neuen Woche ordentlich die Laune verderben“, resümierten Agenturen am Sonntag.
„Theoretisch sprechen die insgesamt wieder positivere Entwicklung der US-Konjunktur und die Nullzinspolitik der Fed für steigende Kurse – wäre da nur nicht die Eurokrise.“ Vor allem das anhaltende Gezerre um ein zweites Hilfspaket für Griechenland kann jederzeit zu Rücksetzern im Dax führen.
Deshalb werden die Anlagestrategen weltweit jetzt genau den Verlauf des Gipfels der EU-Staats- und Regierungschefs verflogen, bei dem das Thema Staatsschulden – natürlich - auch ganz oben auf der Agenda steht. Mit einem Fiskalpakt – ein Doppelpack aus strengerer Haushaltsdisziplin und neuen Anstrengungen zur Ankurbelung des Wachstums – wollen die Politiker einen Ausweg aus der Schuldenkriese vorbereiten.
Auch die Amerikaner blicken mit gemischten Gefühlen über den großen Teich. Doch geht es für die Wall Street nicht nur um die Euro-Krise: Die „Bullen“ hoffen auf eine Fortsetzung der Kette guter Nachrichten. Wie hat sich die Einschätzung der amerikanischen Perspektiven doch zum Positiven gewandelt! Wieder einmal scheint sich zu bestätigen, dass man die Erneuerungskraft der USA nie unterschätzen sollte. Und dazu trägt der Technologiesektor maßgeblich bei. Die sagenhaften Apple-Zahlen und andere Indikatoren, nicht zuletzt die Erholung der Nasdaq, belegen dies. Unsere Sonntagspresse hat sich dieser Erkenntnis mit größeren Beiträgen gewidmet: „ Die neue Lust auf Amerika“ und „Technologieaktien sind die Lieblinge der Wall Street“ lauteten die entsprechenden Headlines.
Deshalb würde ich, geschätzte Anlegerinnen und Anleger, meine Aufteilung des Aktiendepots noch nicht grundsätzlich verändern – Sie wissen ja, dass ich ganz auf das Tandem Deutschland China setze. Wer aber auf alle drei Säulen der Weltwirtschaft setzen möchte, dem könnte folgendes Modell gefallen: 50% deutsche Aktien (anstelle Europas), 30% chinesische Werte mit Binnenmarktorientierung und 20% US-Technologie. Für die Mehrheit der Anleger sollten dazu entsprechende Fonds in Frage kommen.
Übrigens: Gemäß dem chinesischen Kalender beginnt nun das Jahr des Drachen. Schenkt man der Tierkreissymbolik Glauben, so stehen die kommenden zwölf Monate unter einem äußerst guten Stern: Kraft, Wohlstand und Erfolg sind Werte, die den Drachenjahren zugeschrieben werden.
Machen Sie weiter mit – und machen Sie’s gut!
Ihr
Hermann Kutzer
P.S.: Im dreimal wöchentlich erscheinenden Newsletter „Kutzers Bauchgefühl” erhalten Sie einen Überblick über die aktuelle Lage und die daraus resultierenden Chancen an den Kapitalmärkten.
Hier geht´s zur kostenlosen Anmeldung!