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Kolumne12:22 21.02.12

Börsenexperte, Experte und Author Holger Wentz
Aluminium - Preisrückgang nicht angemessen!
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

Industriemetalle haben es in diesen konjunkturell schwierigen Zeiten nicht leicht: Kaum beginnen die Wirtschaftsforscher damit, die Wachstumsprognosen herunterzuschrauben, dann gehen die Preise der konjunktursensiblen und in der Industrie eingesetzten Metalle recht schnell auf Tauchstation. So geschehen von Sommer 2011 bis etwa zum Jahresende 2011 bei allen Vertretern dieser Metallspezies.
 
Seitdem sind die Preise wieder etwas angezogen. Hier haben besser als befürchtet ausgefallene Wirtschaftszahlen aus den USA und China sowie die Hoffnung auf eine Lösung des Griechendebakels für Rückenwind gesorgt. Auch bei Aluminium konnte dieses Preismuster beobachtet werden.

Üppiges Angebotsplus bei Aluminium

In den vergangenen Jahren ist der Verbrauch von Aluminium permanent angestiegen. Konsequenterweise wurden daher regelmäßig auch die Produktionskapazitäten nach oben angepasst. Auch in 2012 dürfte es weiter nach oben gehen mit der potentiell möglichen weltweiten Aluminiummenge. Die Prognosen erstrecken sich hier von fünf bis zehn Prozent Zuwachs durch neue Aluminiumwerke.

Allerdings muss bei dieser Rechnung auch Beachtung finden, dass in China, dem dynamischsten Aluminiummarkt zwar neue Produktionsstätten ihren Betrieb aufnehmen, gleichzeitig aber auch Werke abgeschaltet werden. Diese alten Werke produzieren das Aluminium zu viel zu hohen Kosten, so dass sich ein Weiterbetrieb bei den aktuellen Weltmarktpreisen nicht rechnet.

Insgesamt werden im Reich der Mitte aktuell nur rund vierzig Prozent der Inlandsnachfrage durch eigenproduziertes Aluminium befriedigt. Diese Quote soll recht schnell weiter deutlich erhöht werden.

Nachfragewachstum geht zurück – aber wohl nicht in China

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Die Abkühlung der Weltkonjunktur wird das Nachfragewachstum zwar etwas bremsen, jedoch rechnen die Analysten der DZ-Bank immer noch mit einem weltweiten Nachfrageplus von knapp unter fünf Prozent.

China hat mittlerweile einen Anteil von fünfundvierzig Prozent an der globalen Nachfrage erreicht. Vor allem aus dem Bau- und Transportgewerbe kommt der Löwenanteil und dort sind absolut keine Wachstumsdellen auszumachen.

Insgesamt sollte die Marktsituation sich weniger schlecht darstellen, wie das in den aktuellen Preisen reflektiert wird. Aus fundamentaler Sicht ist daher mit moderat steigenden Aluminiumpreisen zu rechnen.

Markttechnischen Boden ausgebildet – Widerstandszone voraus



Aluminium beendete das Jahr 2011 auf einem Jahrestief bei etwas 2.000 US-Dollar je Tonne. Dieses Niveau stellt nun einen gut ausgebildeten charttechnischen Boden dar. Nach oben ist der Preis jedoch erst einmal auf einem Niveau von etwa 2.300 US-Dollar gedeckelt, denn dort verläuft eine mittlerweile recht massiv ausgeprägte Widerstandszone. Gelingt es jedoch dem Alupreis, diese zu überwinden, dann ist der Weg in Richtung 2.500 und anschließend 2.700 US-Dollar frei. Bis dahin verläuft der Preis in einem Seitwärtskanal, den Sie am sinnvollsten mit Bonus- und Discountzertifikaten nutzen können. Investments bitte wie immer nur mit Stop-Loss-Limit eingehen.

Herzliche Grüße
Ihr

Holger Wentz

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