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Kolumne12:19 27.01.12

Aluminium - Produktionskürzungen voraus?
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

das noch junge Jahr hat nach einem enttäuschenden 2011 für Aluminiuminvestoren super angefangen. Der Preis ging in den wenigen Handelstagen um rund zehn Prozent nach oben. Im Vorjahr zeigte der Preistrend quasi permanent nach unten. Ist es jetzt an der Zeit, wieder an Aluminiuminvestments zu denken?

Margen für Aluminium kamen in 2011 deutlich unter Druck…

Wie Sie vielleicht wissen, wird zur Herstellung von Aluminium Energie in Form von Strom benötigt. Und zwar unvorstellbar viel Strom. Fast die Hälfte der Produktionskosten entfallen mittlerweile auf Energiekosten. Die Aluminiumherstellung ist deshalb nur in der Nähe preiswert zur Verfügung stehenden Stroms wirtschaftlich sinnvoll.

Aluminium wird in zwei Produktionsstufen gewonnen. Zunächst wird im so genannten Bayer-Verfahren Aluminiumoxid unter Zuführung von Natronlauge abgetrennt. Anschließend wird dieses durch Elektrolyse zu reinem Rohaluminium aufbereitet.

Wie Sie jedoch selbst Jahr für Jahr aufs Neue feststellen müssen, steigt der Strompreis seit Jahren kontinuierlich und zuletzt immer schneller nach oben. Industriestrom ist zwar billiger, die Tendenz zu steigenden Preisen ist jedoch auch hier unverkennbar. Dass der Strompreis ein essentiell wichtiger Inputfaktor bei der Aluminiumproduktion ist, zeigen die nackten Zahlen unverkennbar auf: Für die Produktion nur einer einzigen Tonne Aluminium werden bis zu fünfzehn Megawattstunden Strom benötigt. Weltweit wurden im Jahr 2009 etwa 37 Millionen Tonnen Aluminium erzeugt. Hier sehen Sie die Dimension des gesamten weltweiten Energiebedarfs für die Aluminiumindustrie.


Aufgrund des stetigen Preisverfalls im Vorjahr und bedingt durch die steigenden Energiekosten kamen die Gewinnmargen der Aluminiumhütten deutlich unter Druck, so dass sich die Produktion des Leichtmetalls in manchen Werken nicht mehr lohnt. Analysten gehen gar davon aus, dass sich auf einem Preislevel von etwa 2.000 US-Dollar je Tonne die Produktion in fast der Hälfte aller Werke nicht mehr rechnet.

…so dass nun mit Kapazitätskürzungen reagiert wird

Insgesamt stiegen die Produktionskosten in den vergangenen beiden Jahren nach Schätzungen der Rohstoffanalysten von Barclays Capital um rund dreißig Prozent an. Es wurden deshalb in den vergangenen Wochen bereits Jahreskapazitäten von etwa 1,6 Millionen Tonnen pro Jahr vom Markt genommen. Weitere drei bis vier Millionen Tonnen Kapazität könnten in den kommenden Monaten bei gleich bleibenden Aluminiumpreisen an der Metallbörse abgeschaltet werden und somit das potentielle Angebot weiter verknappen.

Was sagt die Markttechnik zu Aluminium?

Ein Blick auf den aktuellen Aluminiumchart verrät, dass sich die markttechnische Lage langsam wieder positiver darstellt.



Der erste mittelfristige Abwärtstrend konnte nach oben hin verlassen werden und der Preis nimmt nun Kurs auf die 200-Tage-Linie und den längfristigeren Abwärtstrend, bei deren Überwindung ein weiterer starker Preisanstieg zu erwarten ist. Nach unten ist der Aluminiumpreis gut bei etwa 2.000 US-Dollar abgesichert – fundamental als auch seitens der Markttechnik. Investments wie immer bitte nur mit Stop-Loss-Limit.

Herzliche Grüße und bis zum nächsten Rohstoff-Ausblick

Ihr

Holger Wentz


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