Kolumne17:26 10.02.12
Anlagefavorit Aktie - Die Luft wird noch nicht dünner
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
mir wird unsere Börse langsam unheimlich (vielleicht geht es Ihnen ähnlich): Die Stimmung unter den Profis passt sich allmählich der Kursentwicklung an, die „Bären“ vollziehen also eine Kehrtwende und schleichen sich vom Parkett. Nachdem die 6.800 Dax erreicht worden sind, werden auch die Prognosen wieder mutiger. Anders als im Hochgebirge scheint in den Höhen des Dax die Luft (noch) nicht dünner zu werden, selbst bei 7.000 nicht.
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Die mittelfristig orientierten Akteure, die von der Börse Frankfurt allwöchentlich befragt werden, haben offenbar umgedacht. Vielleicht auch angesichts der Tatsache, dass der DAX während des Berichtszeitraums noch einmal 3,5 Prozent an Wert gewonnen hat. Und somit weist er ausgerechnet seit der großen Herabstufungsaktion durch die Ratingagentur Standard & Poor's – am 13. Januar wurde die Bonität diverser europäischer Staaten abgewertet – mittlerweile gar einen Gewinn von über 12 Prozent auf. Deswegen verzeichnet das Analyse-Team von Cognitrend einen deutlichen Rückgang bei den Pessimisten des Panels, von denen knapp drei Viertel der Befragten direkt ins „bullishe“ Camp wechselten
Soweit ganz aktuell die Profis. Aber was sind Sie, liebe Anlegerinnen und Anleger, eigentlich für ein Typ? Vergleichen Sie sich doch einmal mit den Ergebnissen einer ganz neuen Untersuchung, die in dieser Woche vorgelegt worden ist. Danach setzen die deutschen Privatanleger vor allem auf Sicherheit. Das eigene Haus, der Bausparvertrag und die betriebliche Altersvorsorge sind derzeit die attraktivsten Anlageformen. Auch das klassische Sparbuch spielt nach wie vor eine wichtige Rolle. Soweit das wichtigste Ergebnis des aktuellen GfK-Investmentbarometers. Mein Kommentar: Die Rolle des Sparbuchs ist erschreckend! Geld in die eigenen vier Wände zu investieren, erscheint den Deutschen derzeit sinnvoll: 77 Prozent der privaten Finanzentscheider halten eine Investition in die eigene Wohnung oder ins eigene Haus für attraktiv oder sehr attraktiv – das klingt gewiss vernünftig. Dass für die Deutschen Sicherheit besonders zählt, zeigen auch die weiteren Produkte auf der nationalen Attraktivitätsrangliste: Platz zwei – mit immerhin 45 Prozent – belegt der Bausparvertrag, gefolgt von der betrieblichen Altersvorsorge (41 Prozent) und Gold (37 Prozent).
Aber jetzt kommt’s: Aktien dagegen schenken deutsche Sparer kaum noch Vertrauen. Mit 8 Prozent liegen sie ganz hinten auf der Attraktivitätsskala. In den USA, in Polen und Schweden dagegen halten jeweils etwa ein Viertel der Privatanleger diese Anlageform für attraktiv oder sehr attraktiv.
Auch bei der Frage, in welche Anlagemöglichkeiten die deutschen Sparer in den nächsten 12 Monaten stärker oder weniger stark investieren wollen, zeigt sich, dass die Menschen sehr vorsichtig geworden sind. Am ehesten würden die Befragten ihr Geld noch in die eigenen vier Wände stecken: 12 Prozent sagen, dass sie mehr oder viel mehr in den nächsten 12 Monaten in ihr eigenes Zuhause investieren wollen. Auch Gold ist nicht mehr das Anlageprodukt der Zukunft, was sicher auch an dem inzwischen stark gestiegenen Goldpreis liegt. Von jenen Privatanlegern, die derzeit Gold besitzen, geben 20 Prozent an, es verkaufen zu wollen. Allerdings erscheint das Edelmetall einigen seiner Besitzer auch als sicherer Hafen, denn ebenso viele wollen in den kommenden 12 Monaten mehr in Gold investieren. Unter allen Befragten, also auch jene eingeschlossen, die bisher nicht in Gold investiert haben, reduziert sich der Wert aber drastisch: nur 4 Prozent wollen in den kommenden Monaten die Goldanlage wählen.
Deutliche Verlierer im Investitionsranking hingegen sind die Produkte der Börse. 17 Prozent geben an, ihr Engagement in Aktien in den nächsten 12 Monaten reduzieren zu wollen. Deshalb: Wir müssen etwas für die deutsche Aktie tun, wie müssen in der breiten Öffentlichkeit für die langfristige Aktienanlage werben!
Machen Sie weiter mit – und machen Sie’s gut!
Ihr
Hermann Kutzer
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