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Kolumne13:10 16.02.12

Börsenexperte, Experte und Author Hermann Kutzer
Anlagewissen der Deutschen - Statistiken, die nachdenklich stimmen
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

kommentarlos, nur mit einer persönlichen Fußnote, gebe ich heute an Sie zwei Pressemitteilungen weiter, die mich gestern kurz hintereinander erreicht haben. Beide sprechen für sich.

„Ob online oder offline: Shoppen gehört heute zu den ieblingsbeschäftigungen der Kinder und Jugendlichen. Doch während sie gerne Geld ausgeben, ist die Bereitschaft, sich mit dem Thema „Umgang mit Geld“ zu beschäftigen eher gering. In einer repräsentativen Forsa-Umfrage unter Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen 5 bis 10 an allgemeinbildenden Schulen fand die Mehrheit der Befragten nur Politik noch uninteressanter als das Thema Geld und Finanzen.

Dabei tut eine Beschäftigung mit dem Thema Not, wie die repräsentative Umfrage im Auftrag der My Finance Coach Stiftung GmbH zeigt. Auf die Frage, über wie viel Geld sie am Ende eines Jahres verfügen, wenn sie 100 Euro zu drei Prozent anlegen und die Gebühren bei fünf Euro im Jahr liegen, antwortete mehr als die Hälfte der Befragten falsch.

In welchem Verhältnis Risiko und Gewinn miteinander stehen, ist der Mehrheit der Jugendlichen ebenfalls nicht bewusst. Rund ein Drittel gab an, dass die Chancen auf höhere Gewinne mit der Höhe der zu zahlenden Gebühren steigen. 20 Prozent stellten einen Zusammenhang zwischen Rendite und der Größe der Bank her.

Thema Konsum: Die Wunschliste ist lang. Doch ein Kauf auf Pump kommt für die überwiegende Mehrheit der Jugendlichen nicht infrage. 95 Prozent der Befragten gaben an, dass sie lieber länger sparen, als sich zu verschulden, um ihren Konsum zu befriedigen. Diese Zahlen überraschen, scheinen sie doch in Widerspruch zu der Realität zu stehen. Laut aktuellem SchuldnerAtlas hat die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die sich verschulden, in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Die aktuelle Forsa-Umfrage lässt den Schluss zu, dass die Jugendlichen immer häufiger unbewusst in die Schuldenfalle geraten. Der Weg in die roten Zahlen führt heute weniger über bewusst aufgenommene Kredite, sondern über vermeintliche Gratisangebote, die sich erst im Nachhinein als äußert teuer und für viele als nicht bezahlbar herausstellen. Hier tut Aufklärung Not …“

Anmerkung: Es gibt schon seit Jahrzehnten Bildungsinitiativen rund ums Geld, gerade für Schüler. Offenkundig wird in den Schulen aber viel zu wenig getan, um wirtschaftliche Zusammenhänge und ihre Bedeutung jungen Menschen nahe zu bringen.

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„Mehr als jeder dritte Deutsche hat keine konkrete Vorstellung, was der Begriff „Nachhaltigkeit“ bedeutet. So lautet das Ergebnis einer aktuellen Forsa-Umfrage zum Start des Wissenschaftsjahres 2012 – Zukunftsprojekt Erde. Nur acht Prozent der Befragten verbinden Nachhaltigkeit spontan mit Umwelt- und Naturschutz oder dem sorgsamen Umgang mit Ressourcen, vier Prozent mit regenerativer Energie. Dabei ist die Forschung auf diesen und weiteren Gebieten aktiv, um neue Ansätze für nachhaltige Entwicklungen zu finden. Welche Chancen und Herausforderungen es gibt, zeigt das Wissenschaftsjahr Zukunftsprojekt Erde in den kommenden Monaten.

Insgesamt 36 Prozent der Befragten der Forsa-Umfrage konnten spontan nicht sagen, was sie mit „Nachhaltigkeit“ verbinden. Erst nach bestimmten Bereichen gezielt gefragt, wird das Meinungsbild klarer. Um die Welt nachhaltiger zu gestalten, ist 78 Prozent der Befragten ein gutes Bildungssystem sehr wichtig, das die Grundlage für die Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit genauso wie für ökonomische Entwicklung und zukunftsorientierte Forschung bietet. Auch die Energieversorgung und das Finanzsystem spielen für die Deutschen beim Thema Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle: Der Ausbau erneuerbarer Energien und der Abbau der Staatsverschuldung liegen jeweils 55 Prozent der Befragten besonders am Herzen. Eine klimaschonende und umweltfreundliche Industrieproduktion halten 54 Prozent für sehr wichtig. Es folgen der sorgsame Umgang mit Ressourcen – zum Beispiel die Vermeidung und Wiederverwertung von Abfällen – und das Recycling von Rohstoffen aus elektronischen Geräten (jeweils 47 Prozent). Als weniger wichtig wird mit 18 Prozent der Kauf ökologischer Produkte bewertet …“

Anmerkung: Ich habe im Zuge von Umfragen / Wettbewerben schon zweimal in den vergangenen Jahren herauszufinden versucht, ob es nicht ein griffigeres Wort für „Nachhaltigkeit“ gibt. Denn es gibt immer mehr entsprechende Kapitalanlageprodukte, doch spielen nachhaltige Investments immer noch eine Nebenrolle – leider.

Machen Sie weiter mit – und machen Sie’s gut!
Ihr

Hermann Kutzer

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