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Kolumne09:05 10.05.16

Börsenexperte und Autor Dirk Heß

Anleger in Frühlingslaune

„Der April macht was er will“, heißt eine bekannte Bauernregel. Ziemlich unberechenbar zeigten sich zuletzt auch die Aktienmärkte. Wer jedoch meint, die Sprunghaftigkeit hätte den Anlegern auf die Stimmung geschlagen, sieht sich getäuscht. Das zeigt das aktuelle Citi-Investmentbarometer, für das vom Meinungsforschungsinstitut forsa rund 440 private und professionelle Investoren Ende des ersten Quartals des Jahres befragt wurden. Demnach rechnet die große Mehrheit der Teilnehmer (68,6 Prozent) damit, dass die Kurse europäischer Aktien auf Sicht von zwölf Monaten zulegen werden. Das sind 11,3 Prozentpunkte mehr als in der letzten Umfrage und es ist der höchste Wert seit Anfang 2011. Kurzfristig ist die Zuversicht allerdings nicht ganz so groß. Auf Sicht von drei Monaten erwarten „nur“ 47,2 Prozent der Investoren steigende Aktienkurse in Europa. Dagegen ist die Zahl derer, die kurzfristig von einer Seitwärtsbewegung ausgehen, von 30,5 Prozent auf 40,5 Prozent gestiegen. Ein Grund dafür dürfte in der Ungewissheit über einen möglichen Brexit liegen. Die Briten stimmen am 23. Juni 2016 über einen Ausstieg aus der EU ab. Solange in diesem Punkt keine Klarheit herrscht, dürfte auch die Nervosität an den Aktienmärkten nicht schwinden.

Optimistisch für Gold
Zu spannenden Ergebnissen kommt das aktuelle Citi-Investmentbarometer auch hinsichtlich der Erwartungen der Anleger über die Entwicklung bei Öl und Gold. So gehen 57,4 Prozent der Befragten davon aus, dass der Goldpreis in den nächsten drei Monaten zulegen wird. Das sind mehr als doppelt so viele als noch bei der letzten Umfrage vom vierten Quartal 2015 und es ist zudem der höchste je für das Edelmetall gemessene Wert. Eine Erklärung für das stark gestiegene Sentiment dürfte in der extrem expansiven Geldpolitik der EZB liegen. Die europäischen Währungshüter haben Mitte März nicht nur die Leitzinsen auf null gesenkt, sondern auch die „Strafzinsen“ für Banken erhöht und das Anleihekaufprogramm ausgeweitet. Gleichzeitig scheint eine weitere Zinserhöhung der amerikanischen Fed nicht, wie ursprünglich erwartet unmittelbar vor der Tür zu stehen und erst später in Jahr 2016 anzustehen. Wenn nicht sogar erst 2017.

Comeback von Öl?
Auch die Perspektiven von Rohöl werden von den Investoren wieder deutlich positiver beurteilt. Für die nächsten drei Monate erwarten 42,3 Prozent der Umfrageteilnehmer steigende Notierungen bei der Nordseemarke Brent –  im Quartal zuvor teilte lediglich rund ein Viertel der Befragten diese Meinung. Auf Sicht von zwölf Monaten sind sogar 64,4 Prozent optimistisch gestimmt. Anscheinend vertrauen die Anleger darauf, dass sich die Ölförderländer doch noch auf eine Drosselung der Produktion einigen können, um die hohen Überkapazitäten zu reduzieren. Diese Erwartungen haben sich allerdings bislang nicht erfüllt. Erst vor kurzem wurden in Doha, der Hauptstadt Katars, entsprechende Verhandlungen zwischen den wichtigsten Ölförderstaaten ohne Ergebnis abgebrochen. Prompt geriet der Ölpreis daraufhin kräftig unter Druck.

Stimmungsindikator
Auch wenn sich die Entwicklung bei Öl bislang nicht mit den Erwartungen deckt, hat sich das Citi-Investmentbarometer seit seinem Start vor fünf Jahren in einigen Fällen als verlässlicher Stimmungsindikator erwiesen. Ein Beispiel: Im Schlussquartal 2014 legte die Zahl der Anleger, die mit steigenden Aktienkursen rechneten, deutlich zu. Tatsächlich ging es mit dem EuroStoxx 50 Anfang 2015 kräftig nach oben. Eine gute Nase bewiesen die Anleger auch kurze Zeit später. So trübte sich das Citi-Investmentbarometer im zweiten Quartal 2015 spürbar ein, prompt kam es an den europäischen Aktienmärkten im Sommer zur Korrektur. Ein weiteres Beispiel liefert auch der Absturz des Goldpreises im ersten Halbjahr 2013. Damals brach der Preis um 25 Prozent ein. Auch diese Entwicklung hatten die Investoren erwartet, wie die ruckartige Verschlechterung des Sentiments gegenüber dem Edelmetall im vierten Quartal 2012 zeigt.

Fazit: Das Citi-Investmentbarometer hat in den letzten fünf Jahren immer wieder interessante, überraschende und auch kontrovers diskutierte Ergebnisse geliefert. Die übergeordnete Tendenz der in diesen letzten fünf Jahren befragten professionellen und privaten Marktteilnehmer, Aktien sowie auch andere Anlegevehikel wie Zertifikate zu kaufen und zu halten, ging dabei insgesamt gesehen auf: Zu Beginn der Erhebung im Jahr 2011 notierte der EuroStoxx 50 im Tief bei knapp unter 2.000 Punkten und der DAX im Tief bei kaum viel mehr als 5.000 Punkten – also ungefähr der Hälfte der jetzigen Kurse. Alle Ergebnisse können Anleger auf der Website der Citi unter www.citifirst.com im Menüpunkt „Service“ einsehen.


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Performance Dax-Aktien 3. Quartal 2016

Platz: 30
Unternehmen: E.ON
Von 9,10 auf 6,30 Euro
Performance: -30,77%

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