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Kolumne09:48 10.01.12

Börsenexperte, Experte und Author Holger Wentz
Baumwolle 2012 - leicht optimistisch
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

alles wird teurer, daran haben wir uns leider schon gewöhnen müssen. Aber eine gute Nachricht und einen Lichtblick für 2012 habe ich für Sie in dieser Beziehung: Bekleidung und Textilstoffe dürften in diesem Jahr nicht teurer werden. Der Grund: Momentan relativ stabile Preise für Baumwolle auf einem gemäßigtem Niveau. Diese Ansicht vertritt zumindest der Gesamtverband Textil und Mode.

Berg- und Talfahrt bei Baumwolle in 2011

Aktuell hat sich der Baumwollpreis bei etwa 0,90 US-Dollar je Pfund einpendelt, nachdem er im vergangenen Jahr eine wahre Berg- und Talfahrt aufs Börsenparkett gelegt hatte.



Bis ins Frühjahr 2011 hinein war die Baumwollwelt noch völlig in Ordnung. Der Preis stieg von Allzeithoch zu Allzeithoch und machte erst bei einem Pfundpreis von über 2,13 Dollar je Pfund Halt. Ein starker Nachfrageschub sowie die Angst vor einer schlechten Ernte in Verbindung mit einer massiven Ausweitung der Baumwollspekulation sorgten für die Preisexplosion zum Jahresstart.

Anschließend ging es jedoch genauso rasant nach unten, als sich eine Nachfragereduktion immer mehr manifestierte. Der Baumwollpreis stürzte um mehr als 50 Prozent in die Tiefe und hat sich nunmehr auf dem Niveau von Mitte 2010 eingependelt.

Angebotsüberhang drückt auf…

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Und in der Tat: Das US-Landwirtschaftsministerium, das USDA, das mit seinen regelmäßigen Prognosen die Rohstoffmärkte durcheinander wirbelt, hat seit Beginn seiner Prognosen für das Baumwolljahr 2011/12 das globale Angebot um etwa 300.000 Tonnen zurückgenommen, gleichzeitig aber die geschätzte Nachfrage im gleichen Zeitraum um etwa 2.000.000 Tonnen. Ein prognostizierter Marktüberschuss von mehr als 2.000.000 Tonnen also, der auf dem Baumwollpreis lastet.

…und Chinas Baumwollhunger stützt den Baumwollpreis

Auf der anderen Seite steht wieder einmal mehr China einem noch stärkeren Preiseinbruch entgegen. Die weiterhin starke chinesische Importnachfrage sorgt für einen gewissen Marktausgleich, denn in China selbst kaufen staatliche Organisationen aktuell chinesische Baumwolle zu umgerechnet 1,40 US-Dollar auf und bezahlen somit wesentlich höhere Preise als auf dem Weltmarkt. Somit werden chinesische Baumwollverarbeiter mehr auf die international verfügbare Baumwolle zurückgreifen, da diese wesentlich preiswerter zu haben ist. Der Effekt: Preisstabilisierung!

Aufgrund der schlechten Preisentwicklung werden die Anbauflächen in einigen Anbauländern reduziert werden, um etwas Druck von der Angebotsseite zu nehmen. Das International Cotton Advisory Committee ICAC geht für 2012/13 von einem Rückgang der Anbauflächen von etwa acht Prozent aus und rechnet mit einem weitgehend ausgeglichenen Marktverhältnis.

In Verbindung mit einem Anziehen der Nachfrage bei einer auch nur leichten Erholung der Weltkonjunktur spricht dieses Szenario für moderat steigende Baumwollpreise.

Allerdings muss auch hier die Markttechnik mitspielen und der Abwärtstrend bei ca. 1,00 US-Dollar überwunden werden. Baumwollinvestments bitte wie immer nur mit Stopp-Loss-Limit eingehen.

Herzliche Grüße und bis zum nächsten Rohstoff-Ausblick
Ihr

Holger Wentz


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