Kolumne10:19 20.12.11
Beginnt nun die Weltwirtschaftskrise?
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
aufgeschreckt werden die Investoren durch die Nachricht, die Direktorin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, warne vor einer neuen Weltwirtschaftskrise. Die Zeichen sind in der Tat ernst. Frankreich steht unmittelbar vor einer Rezession, und die Schuldenkrise in der Eurozone geht unvermindert weiter. Die als Erfolg gefeierten Gipfelergebnisse erweisen sich in der Praxis als Strohfeuer. Sanktionen gegen Schuldensünder sollen relativ unverbindlich bleiben und nur aus einer Absichtserklärung bestehen. Auch die viel gerühmte Schuldenbremse wird in manchen Ländern erst gar nicht umgesetzt werden oder auf erheblichen Widerstand stoßen, wie das Beispiel Österreich zeigt. Eine Kreditklemme bei den europäischen Banken zeichnet sich ab, und auch Deutschland wird im Jahr 2012 nur noch ein bescheidenes Wachstum erreichen. Die Deutsche Bundesbank warnt inzwischen vor einer Staatsfinanzierung durch die Hintertür, indem zusätzliche Kredite für den Internationalen Währungsfonds zur Verfügung gestellt werden.
Die Staatsschuldenkrise hat ein Ausmaß erreicht, dass selbst eine Aufstockung der Rettungsfonds nicht mehr viel bewirken wird, denn inzwischen steht die Bonität von Frankreich und Deutschland auf dem Spiel. Auch ein Ausscheiden von hoch verschuldeten Ländern aus der Eurozone ist keine realistische Option mehr, denn der Bankencrash würde ganz Europa erschüttern und die Weltwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen.
Wo ist der rettende Hafen?
Zu den Ländern, die weltweit noch am besten aufgestellt sind, gehören neben den Rohstoffgiganten Australien und Kanada Neuseeland und Singapur. Norwegen, die Schweiz und Schweden sind zu sehr mit der Eurozone verbunden. Immobilien gelten inzwischen als überteuert und müssen sorgfältig ausgewählt werden.
Inflationsgeschützte Anleihen: 13,58 Prozent Rendite in einem Jahr Ein interessanter Schutz gegen die Geldentwertung sind inflationsgeschützte Anleihen. Je mehr die Inflation zunimmt, desto höher steigt die Rendite dieser Wertpapiere. ETFs haben in diesem Fall besondere Vorteile, da Sie damit kostengünstig eine breite weltweite Streuung über verschiedene Laufzeiten erzielen können. Beispiele sind der db x-trackers iBoxx Gl. In.-Link. TR Index Hed. ETF der Deutschen Bank (ISIN:
LU0290357929), der weltweit in inflationsgeschützte Staatsanleihen anlegt, oder der iShares Global Inflation-Linked Bond ETF (ISIN:
DE000A0RFED7), der auf die umstrittenen Swaps verzichtet und in einem Jahr eine Wertsteigerung von 13,58 Prozent erreichte.
Die Staatsschuldenkrise wird uns noch lange beschäftigen und uns ein schwieriges Jahr 2012 bescheren. Doch jede Krise bedeutet auch neue einzigartige Chancen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein frohes Weihnachtsfest.
Ihr Dr. Dr. Gerald Pilz
P.S.: Dr. Dr. Gerald Pilz erläutert Ihnen im kostenlosen Newsletter ETF-Ausblick einmal pro Woche die Vorteile von börsengehandelten Fonds.
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