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Kolumne10:23 15.11.11

Börsenexperte, Experte und Author Dr. Dr. Gerald Pilz
Begrenzen Sie Ihr Risiko

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

die Staatsschuldenkrise weitet sich aus. Inzwischen besteht die Gefahr, dass Italien in eine finanzielle Katastrophe gerät, Frankreich herabgestuft wird und die gesamte Eurozone auseinanderbricht. Unter solchen Umständen ist äußerste Vorsicht geboten. Ein wichtiger Baustein für finanziellen Erfolg an der Börse ist das Risikomanagement, das viele vernachlässigen. Daher sollten wir uns etwas genauer mit diesem Ansatz im Bereich der ETFs beschäftigen.

Erfolgreiche Investoren zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie größere Verluste vermeiden oder zumindest eingrenzen. Wie viel Gewinn benötigt man, um einen Verlust von 50 Prozent auszugleichen? Die meisten antworten spontan: 50 Prozent. Doch das ist nicht richtig: Es sind 100 Prozent! Wenn Sie 10 Prozent Verlust machen, sind 11 Prozent erforderlich, um wieder den Ausgangspunkt zu erreichen. Bei 30 Prozent brauchen Sie schon 43 Prozent, um die Einbußen wieder wettzumachen.

Setzen Sie ein Stop Loss

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Bei jeder Position, die Sie im Portfolio haben, sollten Sie ein Stop-Loss setzen, eine Marke, bei der automatisch ein Verkaufsauftrag ausgelöst wird. Die Bestimmung einer Stop-Loss-Marke ist ein schwieriges Unterfangen, das davon abhängt, ob Sie lang-, mittel- oder kurzfristig ausgerichtet sind. Viele mittelfristig orientierte Investoren nehmen beispielsweise einen Verlust von 10 Prozent in Kauf. Eine solche pauschale Regel hilft aber oft nicht weiter. Sie können die Charttechnik heranziehen und eine Stopmarke bei einer Trendlinie festlegen. Hierbei betrachtet man zusätzlich Bodenbildungsformationen, Flaggen und Wimpel. Bedenken Sie aber: Wenn Sie zu häufig ausgestoppt werden, verursacht auch dies Verluste.

Nutzen Sie komplexe Ordertypen

Es gibt inzwischen moderne Ordertypen, die Ihnen viel Arbeit beim Risikomanagement abnehmen. Beispielsweise der Trailing Stop (ein "nachziehender" Stop). Dabei legen Sie einen Abstand zu Ihrer Verlustmarke fest, den Sie in Euro oder in Prozent angeben können. Steigt nun der Kurs Ihres ETF, wird die Verlustmarke automatisch vom System im Gleichschritt angehoben. Ein Beispiel: Ein ETF notiert bei 100 Euro und steigt auf 120 Euro. Ihren Trailing Stop haben Sie bei 90 Euro festgelegt. Die Marke wird automatisch auf 110 Euro angehoben. Sollte der Indexfonds unter diesen Wert fallen, wird ein Verkaufsauftrag ausgelöst. Dadurch können Sie auch in einer schwierigen Börsensituation noch zusätzliche Gewinne erwirtschaften. Ein weiterer wichtiger Ordertyp ist die OCO-Order („One cancels other“). Vereinfacht formuliert können Sie dadurch Ihr Gewinn- und Verlustziel eingeben. Wenn Sie einen ETF zum Kurs von 100 Euro kaufen, können Sie beispielsweise als Verlustmarke 90 Euro und als Gewinnmarke 130 Euro festsetzen. Der ETF wird automatisch verkauft, wenn eine dieser Grenzen erreicht wird.

Angesichts der anhaltend unsicheren Lage in der Eurozone sollten Sie sich mit dem Risikomanagement vertraut machen und die vielfältigen Möglichkeiten der Ordertypen nutzen.

Mit den besten Empfehlungen

Ihr Dr. Dr. Gerald Pilz


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