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Kolumne18:33 08.02.12

Börsenexperte, Experte und Author Sven Brand
Beim Pfund geht's rund
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

wie erwartet musste sich der „Eurodollar“ (EUR/USD) in der vergangenen Woche nach einer 600+-Pip-Ralley von 1,2624 auf 1,3235 seit Mitte Januar wohl etwas ausruhen. In einer 200+-Pip-Range bewegte sich die Einheitswährung gegenüber dem US-amerikanischen Dollar seitwärts. Somit hat die von uns in der vergangenen Ausgabe angekündigte Widerstandszone dem Euro zumindest vorläufig den Wind aus den Segeln genommen. Dies bedeutet aber auch, dass sich Chart-technisch für den EUR/USD kaum etwas verändert hat. Nun muss die nächste Woche zeigen, ob sich die Range fortsetzt oder ob sich der Euro aus deren Fesseln befreien kann – und wenn ja, ob Richtung Süden oder Norden.

Bei einem Short-Ausbruch halten wir nach wie vor den Bereich um 1,2966 bis 1,3000 für das erste bärische Wochenziel. Hier werden einige Bullen auf ihre Chance lauern.

Bei einem Gipfelsturm wäre das Herz der momentanen Widerstandszone – 1,3325 – unverändert ein vorsichtiges bullisches Wochenziel.



An anderer Stelle jedoch haben sich interessante Entwicklungen ereignet. Daher bitten wir um Verzeihung, dass wir die angekündigte Lektion dieser Woche auf die kommende Ausgabe vertagen, denn aus aktuellem Anlass werden wir statt dessen einen Blick auf das britische Pfund werfen:

Wie der Euro konnte auch das Pfund im Vergleich zum US-Dollar seit Mitte Januar rund 600 Pips zulegen. Der entscheidende Unterschied zum EUR/USD ist hier jedoch, dass dieser Anstieg dafür Sorge getragen hat, dass sich der Wechselkurs des GBP/USD bis zum täglichen Gleitenden Durchschnitt (GD) 200 hochgekämpft hat. Ein Überschreiten des GD 200 auf dem Tageschart ist gleichbedeutend mit einer Trendwende der längerfristigen Sorte. Nicht umsonst wird der tägliche GD 200 auch von vielen Analysten „True Value“ genannt – also die Marke bzw. der Indikator, welcher den „Tatsächlichen Wert“ eines Währungspaares angibt.

Doch beginnen wir mit einer sogenannten Top-Down-Analyse und betrachten zunächst den Monats-Chart:

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Ab 2002 erlebte das Pfund gegenüber dem „Greenback“ eine beispiellose Rallye – Ähnlich dem Euro. Dabei wertete sich der GBP/USD von 1,3682 Mitte 2001 bis 2,1160 im November 2007 auf. Danach kam der GBP/USD ins Stocken als sich ein Ende des Immobilien-Booms in Großbritannien abzuzeichnen begann. Ab August – nach der Lehmann-Pleite – ging es dann im freien Fall abwärts, bis wir im Januar 2009 einen neuen Tiefststand bei 1,3501 verzeichneten. Langfristig gesehen bewegen wir uns seit dem Seitwärts. Der Monatschart hat eine Dreiecksfalle ausgebildet. Wir begeben uns nun in das letzte Drittel des Dreieckes – in die Spitze also. Normalerweise erwartet man in diesem Bereich einen Ausbruch. Ein neuer Trend könnte sich also in den nächsten Monaten entwickeln, wenn in 2012 oder 2013 der Kurs das Dreieck verlässt. Auf dem Monatschart befinden sich die GDs 50 und 200 noch über dem Kurs. Wir sind also in einem bärischen Szenario.



Mit der gleichen GD200-GD50-Kurs-Konstellation präsentiert sich auch der wöchentliche Chart bärisch.

Darüber hinaus befinden wir uns in einem Abwärtskanal. Dort hat das letzte doppelte Tief bei 1,5233 eine Dreiecksfalle bestätigt. Auch hier nähern wir uns der Spitze und erwarten daher in den nächsten Wochen einen Ausbruch. Auf der bullischen Seite stellen sich hier jedoch zurzeit der GD 50, die obere Grenze des Trendkanals sowie der immer wieder beachtete Widerstand bei 1,5900 in den Weg. Gleichzeitig unterstützt die längerfristige, aufsteigende Trendlinie den Preis.

Insgesamt ist der Eindruck des Wochencharts also schon weniger bärisch.



Der Tageschart nun ist dem des EUR/USD nicht unähnlich. Wir haben eine eindeutige Rallye seit Mitte Januar, welche uns bis zum GD 200 bei zurzeit 1,5818 befördert hat. Dieser bildet nun mit der runden Marke 1,5900 die momentane Widerstandzone, welche durchaus für die kommende Woche halten könnte – ebenso wie die Unterstützungszone beim GD 50 bei zurzeit 1,5623 bis zur Unterstützungslinie 1,5727. Am wahrscheinlichsten ist für die bevorstehende Woche, dass sich der Kurs nach dieser Rallye entweder seitwärts bewegt oder nachgibt. Ob es dann wieder weiter abwärts geht oder ob sich der Aufschwung beim Pfund fortsetzt, wird sich in den kommenden 14 Tagen zeigen. Jedenfalls präsentiert sich der Tageschart bullischer als der Wochenchart – wenn auch noch in einem bärischen Szenario, solange der GD 200 nicht überzeugend gebrochen wird.



Hier dürfte sich in den kommenden Wochen also eine interessante Entwicklung abzeichnen – eventuell auch als Vorbote für Kommendes beim EUR/USD. Wir werden also ein Auge behalten auf die Pfunde ihrer königlichen Hoheit!

Happy Trading!
Ihr

Sven Brand


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