Kolumne16:40 07.11.11
Berkshire Hathaway kann im dritten Quartal erneut glänzen
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
am vergangenen Wochenende veröffentlichte Berkshire Hathaway die Ergebnisse für das dritte Quartal. Die Investmentholding verbuchte einen Gewinn von 2,4 Milliarden Dollar und hat damit - rein rechnerisch nach dem vorgelegten Zahlenwerk - 22,7 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres verdient. Dies nahm die Finanzpresse zum Anlass, um mit Negativschlagzeilen geradezu um sich zu werfen. Warren Buffett habe Federn gelassen, sich verzockt, finanzielle Massenvernichtungswaffen seien in seinem Depot detoniert.
Nach der Lektüre des Quartalsberichts ergibt sich jedoch ein ganz anderes Bild. Berkshire Hathaway konnte in den vergangenen drei Monaten regelrecht glänzen und gleicht weiterhin einer goldenen Gans (statt einer gerupften). Allein das Versicherungsgeschäft spülte einen Gewinn von 1,09 Milliarden in die Kassen der Buffett-Holding. Bereinigt um einen Sondereffekt in Höhe von 855 Millionen hat diese Sparte um 18% besser als im dritten Quartal 2010 abgeschnitten. Die Tochtergesellschaften aus anderen Branchen (wie zum Beispiel der Eisenbahngesellschaft BNSF) trugen mit 2,08 Milliarden zum Nettoergebnis bei, das ist ein Plus von 17%.
Nur der Buchverlust im Derivatebereich (2,4 Milliarden Dollar) verfälscht das gute Abschneiden und hat auch die Finanzpresse in die Irre geführt. Korrekt ist, dass Buffett keineswegs unsichere „Massenvernichtungswaffen“ im Portfolio hält, sondern vorwiegend Put-Optionen auf große Indices. Diese laufen erst zwischen 2018 und 2026 aus, der Milliardär wettet hier, dass zu diesem Zeitpunkt die amerikanische Wirtschaft besser dasteht als zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses. Erst dann wird abgerechnet. Bei Derivaten müssen jedoch Wertsteigerungen und Wertminderungen quartalsweise als Gewinne oder Verluste ausgewiesen werden. Sie als Anleger können diese Position getrost ignorieren, bis 2018 fließt kein Cent!
Warren Buffett hat seine Aktionäre auf der Hauptversammlung darüber informiert, welche Auswirkungen die Rechnungslegungsvorschriften auf diverse Finanzinstrumente haben werden. Der Milliardär warnte auch davor, dass es deshalb zu erheblichen Schwankungen beim Gewinnausweis kommen kann, die jedoch irrelevant zur Beurteilung der Ertragsstärke sind. Trotz aller Unkenrufe: Berkshire Hathaway ist und bleibt ein Investment hoher Qualität und zählt weiterhin zu den Champions im
boerse.de-Aktienbrief.
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Ihre
Katja Zacharias