Kolumne15:21 16.01.12
Börsenprognosen - Fahrplan für den Dax-Verlauf 2012
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
man muss nicht viel von Börsenprognosen halten – obwohl wir sie brauchen. Man mag Börsenprognosen auch trefflich kritisieren – weil sie meist nicht eintreffen. Man kann das Thema aber auch einmal augenzwinkernd-spöttisch behandeln – wie jetzt durch das Team von Greiff Capital Management geschehen. Orientieren auch Sie sich am Dax-Fahrplan 2012 des von mir geschätzten unabhängigen Fondsberaters mit Sitz in Freiburg.

„Was sollen die schwammigen Prognosen der vielen Investmenthäuser, wenn sie doch nur alle möglichen Optionen für das Börsenjahr 2012 offen lassen? Wir machen es konkret und liefern Ihnen den Fahrplan für den Dax-Verlauf 2012: Ein El Dorado für Wellenreiter und Linealartisten, die gerne mal spüren wollen, was es heißt, in einem Jahr 30% Verlust zu realisieren und dann dem 50% Anstieg mit leerem Depot hinterher zu schauen. Mit anderen Worten: Ein Jahr, welches volatilitätsanfälligen Trendfolgern erneut Schweißperlen auf die Stirn zaubern wird. Jetzt aber mal konkret:
- Das Jahr beginnt stark und führt den Dax auf ein Jahreshoch bei 6654 Punkten. Ein Plus von knapp 13% innerhalb kürzester Zeit. Der Anstieg ist jedoch alleine der üblichen Jahresneupositionierung vieler Investoren geschuldet, die Hoffnung auf ein besseres Aktienjahr haben. Gleichzeitig sorgt eine weitere Lockerung der Notenbankpolitik für ausreichend Liquidität im Markt. Bundespräsident Christian Wulff bleibt weiterhin im Amt.
- Im Februar kann Italien seine fälligen Staatsanleihen am Kapitalmarkt nicht mehr refinanzieren. Italiens Zinsen steigen bis auf 10%! Spekulationen über den Zusammenbruch des Euroraumes machen die Runde. Bild titelt: „Der Euro ist tot!“. Die Aktienmärkte gehen auf Talfahrt. John Higgins wird erneut Snooker-Weltmeister in Berlin.
- Bis zum April fällt der Dax auf 5007 Punkte und Griechenland tritt aus dem Euroraum aus! Italien und Spanien werden über die EZB refinanziert, die Rest-EU begibt Eurobonds. Die Märkte bleiben skeptisch und der Euro fällt auf ein Tief 1,05 Dollar je Euro! Nicolas Sarkozy verpasst im ersten Wahlgang die Mehrheit und verunsichert damit weiter die Eurozone. Prinzessin Kate und Prinz William erwarten Zwillinge.
- „Sell in may“ macht diesmal jeder: Der Dax erreicht ein neues Mehrjahrestief bei 4503 Punkten. Zeitweise werden europäische Börsen vom Handel ausgesetzt. Krisengipfel der Eurostaaten sorgen für einen radikalen Schnitt und beschließen die Finanzunion mit der Monetarisierung aller Staatsschulden durch die EZB! Die Märkte reagieren sofort und stoppen den 32,2%igen Rückgang vom Jahreshoch, um binnen weniger Minuten 500 Punkte zu steigen. Der Euro steigt binnen weniger Minuten um 12% gegenüber dem Dollar. Krisengewinner Gold verliert in kürzester Zeit 30% an Wert. Bundespräsident Wulff hält eine bewegende Rede zur Lage der Nation.
- Die Euro-Staatengemeinschaft beschließt eine umfangreiche Reduzierung der Staatsquote, kürzt Subventionen und staatliche Transferleistungen. Während die Bürger noch auf der Straße für soziale Gerechtigkeit demonstrieren, beginnt der Dax eine nachhaltige Rally! Sarkozy wird wiedergewählt im zweiten Wahlgang, der Wahlkampf in den USA heißt: Barack Obama gegen Mitt Romney! Deutschland gewinnt das Finale der Europameisterschaft gegen Spanien mit 14:13 im Elfmeter-Schießen.
- Beflügelt von starken Unternehmenszahlen, einer Stabilisierung des Euroraumes und überraschenden Rating-Aufwertungen von Eurostaaten steigt der Dax auf ein neues Jahreshoch bei 6964 Punkten. Vom Tief bis zum Hoch legt der Dax eine Rally von 55% hin! Der Euro steigt auf 1,45 Dollar je Euro an! Investoren kehren im großen Stil an die Aktienmärkte zurück. Was am Jahresanfang unmöglich erschien: Finanzwerte performen besser als Gold!
- Der Dax beschließt das Jahr bei 6785 Punkten und einem Jahresplus von 15%! Wie langweilig! In der Neujahrsansprache lobt Bundespräsident Christian Wulff den Zusammenhalt der Bürger und Bürgerinnen während der Krise, die umsichtige Politik der europäischen Regierungen, sowie die Pressefreiheit! Er prophezeit den Bürgern für 2013 einen Anstieg Ihres Wohlstandes.
*Ist diese Prognose wahrscheinlich? Ja, genauso wie alle anderen Prognosen, die Sie dieser Tage erhalten. Wenn es Ihnen Freude bereitet darauf zu wetten, dann bitteschön! Allen anderen empfehlen wir flexible vermögensverwaltende Konzepte, denn diese werden auch 2012 keinen Pfifferling auf Prognosen geben.
Machen Sie weiter mit – und machen Sie’s gut!
Ihr
Hermann Kutzer
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