Kolumne09:45 07.02.12
Bremst einmal mehr die griechische Hängepartie den DAX?
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
nachdem der deutsche Leitindex
DAX aufgrund sehr guter US-Konjunkturzahlen am Freitag noch die Marke von 6.700 Punkten übersprungen hatte, war der gestrige Auftakt in die neue Woche ein wenig ruhiger verlaufen. Immerhin konnte der DAX in der letzten Woche um mehr als 4 Prozent zulegen - da war es dann auch an der Zeit Gewinne mitzunehmen.
Aber auch die sich weiterhin verzögernden Verhandlungen über den griechischen Schuldenschnitt machten einige Anleger auf dem Frankfurter Parkett nervös. Wenigstens bekräftigten Angela Merkel und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy gestern bei einer gemeinsamen Pressekonferenz nochmals, dass beide wollen, „dass Griechenland im Euro bleibt.“ Allerdings wurde auch betont, dass neue Hilfsgelder nur dann fließen können, wenn das Land die Sparvorgaben erfüllt. Also:
Sind wir weiterhin verdammt, auf eine Einigung Griechenlands mit den privaten Gläubigern und das nächste Treffen mit der Troika (EZB, IWF, EU-Kommission) zu warten. So bewegte sich der DAX am gestrigen Montag lange Zeit im Minus, bis uns erneut sehr gute Konjunkturnachrichten aus Deutschland erreichten. Das Bundeswirtschaftsministerium gab die Zahlen zum Auftragseingang der Industrie für den Monat Dezember bekannt. Im Vergleich zum November wurde ein Anstieg von 1,7 Prozent verzeichnet und das nachdem im November ein Rückgang von revidiert 4,9 Prozent zu verzeichnen war. Erwartet wurde ebenfalls nur ein leichter Anstieg von 1 Prozent. Dies führte dazu, dass der DAX seine Verluste wieder wettmachen konnte. Ein Blick auf den heutigen Tag:
Es wird abzuwarten sein ob das ständige Hin und Her in den Verhandlungen über den griechischen Schuldenschnitt auch heute den DAX davon abhält, seinen eingeschlagenen Aufwärtstrend fortzusetzen. Unverändert könnten die Kurse noch Potenzial bis 6900 und drüber haben.
Um ein ereignisreicher Börsen-Tag zu werden, fehlt heute allerdings vielleicht die Fülle an positiven Konjunkturdaten. In Deutschland werden lediglich die Zahlen zur Produktion im produzierenden Gewerbe (Dezember) veröffentlicht. Aus Übersee gibt es auch nicht jede Menge Daten. Es steht nur die wöchentliche Redbook-Veröffentlichung auf dem Programm und am Abend die Zahlen zu den US-amerikanischen Verbraucherkrediten (Dezember). Somit werden wahrscheinlich erneut Aussagen und Gerüchte rund um Griechenland das Marktgeschehen entscheidend beeinflussen. Allerdings erwartet uns einiges an interessanten Unternehmenszahlen, darunter solche Schwergewichte wie
BP,
Coca Cola,
UBS,
ArcelorMittal oder
Walt Disney.
In diesem Sinne, noch einen erfolgreichen Börsentag
Ihr
Christoph Scherbaum