Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
1-Kerzen-Formationen: Hammer und Hanging Man
Tritt eine Kerze ohne Docht aber mit einer Lunte auf, die mindestens doppelt so lang ist wie der Kerzenkörper, so sprechen wir von einem Hammer bzw. Hanging Man. Beide Kerzen haben die gleiche Form und unterscheiden sich lediglich durch ihre Position innerhalb des Charts. Nach längerem Abwärtstrend handelt es sich um die positive Formation eines Hammers, während ihr Erscheinen innerhalb einer Aufwärtsbewegung als Hanging Man, einer als negativ zu wertenden Formation, bezeichnet wird. Die Körperfarbe kann sowohl schwarz als auch weiß sein.
Abb. 5.8 Hammer bzw. Hanging Man
Psychologie (Hammer)
Nach einer Reihe von schwächeren Börsensitzungen zeigt uns die Lunte des Hammers, dass es den Bären im Verlauf des Handelstages erneut gelungen ist, die Kurse weit nach unten zu drücken. Zum Handelsschluss aber schaffen die Bullen die Wende. Im Gegenzug gelingt es ihnen, noch innerhalb der Handelssitzung die Kurse wieder nach oben zu treiben. Es findet eine Trendumkehr (zunächst nur auf Tagesbasis) statt.
Abb. 5.9 Hammer im DAX
Praxis (Hammer)
Im September 2000 kommt es innerhalb einer übergeordneten Abwärtsbewegung zu einer weiteren Beschleunigung der Verluste, bevor am 22.09. ein Hammer mit weißem Körper [1] auf eine Ermüdung der Bären hinweist. Der lange untere Schatten macht deutlich, dass die Bullen einen schwachen Börsentag noch drehen konnten und der Index zum Schlusskurs über seiner Eröffnung notiert. Eine weiße Kerze am Folgetag [2] lässt die Aussicht auf eine, zumindest temporäre, Erholung wachsen. Der DAX klettert innerhalb von acht Tagen um mehr als 400 Zähler (vom Tief des Hammers aus gerechnet), bevor der übergeordnete Abwärtstrend erneut Fahrt aufnimmt.
Praxis (Hanging Man)
Nach steiler Aufwärtsbewegung ließen am 03. und 12. Mai 2011 kurz hintereinander gleich zwei Hanging Man die Charttechniker aufschrecken. Der Index schloss am darauffolgenden Tag jeweils mit Abschlägen und bestätigte somit den Hanging Man als Umkehrsignal. Eine folgenschwere Trendumkehr, die den Index letztlich bis an die 5000-Punkte-Marke führte.
Fazit
Obwohl Hammer und Hanging Man zu den bekanntesten Candlestickformationen zählen, liegen ihre Trefferquoten als Umkehrformationen nur marginal über dem Zufallsbereich. Erst die geschickte Kombination mit geeigneten Indikatoren lassen Hammer und Hanging Man zu wertvollen und profitablen Tradingwerkzeugen werden. Zumindest aber sollten Anleger nach dem Auftauchen dieser, eher selten vorkommenden, Kerzenformationen eine entsprechende Bestätigung durch den Kursverlauf des Folgetages abwarten.
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Harald Ruppert
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| Handelssystem | Trefferquote | Profit seit 2000 |
| NST | 72,96% | 12.059% |
| Wert | Aktuell | % |
|---|---|---|
| DAX | 6.371,13 | 0,87 |
| MDAX | 10.248,36 | 0,16 |
| TecDAX | 755,86 | 0,53 |
| EURO STOXX 50 | 2.166,61 | 0,46 |
| Dow Jones Industrial | 12.529,75 | -0,09 |
| Nasdaq 100 | 2.544,00 | 0,50 |
| Gold | 1.561,30 | 0,07 |
| Silber | 28,26 | 0,21 |
| Rohöl (WTI) | 90,96 | -0,03 |
| Euro/Dollar | 1,2580 | 0,39 |
| Bund-Future | 143,93 | -0,04 |