Kolumne09:44 17.01.12
Candlesticks - der Hammer unter den Charts (Teil X)
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
2-Kerzen-Formationen: Dark Cloud Cover (Die dunkle Wolkendecke)
2-Kerzen-Formationen: Piercing Pattern (Durchbruchsmuster)
Noch bedrohlicher als das
negativ thrusting pattern ist die Kerzenformation Dark Cloud Cover.
Dieses Muster tritt auf, wenn nach einer Phase ansteigender Preise eine weitere lange weiße Kerze zusätzlichen Kaufdruck aufbaut. Von der Not getrieben, beim Kursanstieg dabei sein zu müssen, lassen die Orders der Bullen den folgenden Handelstag oberhalb des gestrigen Höchstkurses eröffnen. Die hierdurch entstandene Kurslücke wird jedoch schnell wieder geschlossen. Schon bald geben die Kurse nach und der Tag beendet seinen Handel deutlich unterhalb des Mittelpunkts des weißen Kerzenkörpers. Wie die nachfolgende Abbildung zeigt, ergibt sich mit umgekehrten Vorzeichen das bullish zu wertende Piercing Pattern.
Abb. 10.24 Durchbruchsmuster und dunkle Wolkendecke

Häufig lässt sich beobachten, dass beide Formationen (Piercing Pattern und Dark Cloud Cover) im späteren Verlauf als Unterstützungs- bzw. Widerstandszone fungieren.
Abb. 10.25 Lufthansa

Nachdem sich die Kurse der deutschen Fluglinie seit Monaten im Sinkflug befanden, sorgte ein sogenannter
Hammer am 15.07.2008 für ein Durchstarten der Kranich-Airline. Sechs Handelstage in Folge schraubten sich die Kurse Richtung Himmel, bevor am 23./24. Juli eine dunkle Wolkendecke dem Steigflug ein abruptes Ende bereitete. Mehrfach versuchten die Bullen in der Folgezeit, dem Aktienkurs zu neuen Höhen zu verhelfen. Doch selbst noch nach Wochen war diese Widerstandszone unüberwindbar. Schließlich machte ein letzter gescheiterter Versuch Anfang September alle Hoffnungen auf höhere Aktienkurse endgültig zunichte. Was folgte, war ein Absturz bis in den Bereich der historischen Tiefs aus dem Jahre 2003.
Auch wenn Dark Cloud Cover und Piercing Pattern zu den zuverlässigen Kerzenformationen zählen: Eine 100-prozentige Garantie für künftige Kursverläufe können auch diese nicht bieten. Es sollte daher, wie bei jeder technischen Analysemethode, einen Punkt geben, bei dessen Erreichen das jeweilige Szenario überdacht und ggfs. revidiert wird. Setzen Sie Ihr Stop-Loss bei Short-Positionen am besten oberhalb der dunklen Wolkendecke bzw. unterhalb des Piercing Pattern, wenn Sie eine Long-Position in Betracht ziehen.
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Harald Ruppert
P.S.: Im neuen Newsletter System-Trading-Ruppert gibt Ihnen Harald Ruppert wöchentlich einen Einblick in die Entwicklung, Funktionsweise sowie Logik von Handelssystemen und beantwortet Ihre Leserfragen.
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