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Kolumne12:20 11.11.11

Börsenexperte, Experte und Author Daniel Haase
Commerzbank-Analyse: Droht wegen Italien der Ruin?

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

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Im November 2010 generierte das von Gerd Ewert und mir entwickelte Trendfolgesystem für Commerzbank-Aktien ein Verkaufssignal. Bis heute ist dieses Trendsignal intakt. Die Titel der zweitgrößten Bank Deutschlands verloren seit damals satte 68%. Diesen massiven Einbruch konnte kein Trendfolger vorhersagen. Dennoch war es einfach, das Richtige zu tun: Aufgrund des von unserem System analysierten Abwärtstrends zu verkaufen, die Titel meiden oder – eher spekulativ – mit Short-Zertifikaten auf fallende Commerzbank-Kurse setzen. In unserer Anlegen-mit-System-Kolumne vom 29. September (Kurs damals bei 2,01 Euro) rieten wir, die Bankaktie weiter zu meiden. Wer den Rat beherzigte, ersparte seinem Vermögen den fortgesetzten Verfall aufs heutige Kursniveau (-24% auf 1,52 Euro). Dem einen oder anderen Schnäppchenjäger juckt es bestimmt bereits in den Fingern. Doch vor dem Kauf sollten sie die folgende Warnung beherzigen.

Hohe Engagements in Euro-Krisen-Staaten
Vom Management der Bank hat in jüngster Zeit niemand das aktuell scheinbar günstige Kursniveau zu Käufen genutzt. Zumindest finden sich auf den Internet-Seiten der Bank keine der hierfür vorgeschriebenen Veröffentlichungen (Directors Dealing). Ein Blick in die jüngste Quartalsbilanz zum 30.09.2011 zeigt einen möglichen Grund. Das sogenannte Exposure in den Euro-Krisen-Staaten. Trotz Abschreibungen beläuft sich das Engagement der Commerzbank in Griechenland immer noch auf 2,1 Milliarden Euro. In Irland stehen weitere 1,9 und in Portugal sogar 3,7 Milliarden im Feuer. Die wirklich großen Brocken stecken jedoch in Italien (14,3 Milliarden Euro) und Spanien (15,4 Milliarden Euro). In der Summe beläuft sich das Exposure auf 37,4 Milliarden Euro. Gemessen an der 738 Milliarden Euro großen Bilanzsumme sind dies gerade einmal 5%. Allerdings macht das Eigenkapital (24,9 Milliarden Euro) selbst nur 3,4% der Bilanz aus. Die Commerzbank hat also weit mehr riskante Anlagen in den Euro-Krisen-Staaten als Eigenkapital. Falls die Euro-Zone auseinander bricht, dürfte sie daher erneut staatliche Hilfe benötigen. Ob aber für die Commerzbank-Aktionäre auch nur 1 Cent übrig bleibt, darf bezweifelt werden.



Commerzbank-Kursziel: 4,20 Euro oder Null
Im Grunde gibt es nur zwei Optionen. Entweder die Europäische Zentralbank garantiert demnächst die Staatsanleihen aller Euro-Staaten, notfalls durch Aufkäufe oder aber die Euro-Zone wird in der heutigen Zusammensetzung kein Jahr mehr überstehen. Im ersten Fall verschwinden schlagartig die Risiken aus der Commerzbank-Bilanz und die Aktie hat das Potenzial, wieder in Richtung Buchwert (4,19 Euro) zu klettern. Daraus ergibt sich aktuell eine Gewinnchance von +170%. Sollte die EZB sich einer solchen Garantie verweigern, sehe ich hingegen kaum Chancen auf einen Fortbestand der Euro-Zone. In diesem Fall dürften Bankaktien nochmals dramatisch abstürzen, da viele Institute dann nur mit staatlicher Hilfe überleben werden. Aktionäre können bei dieser erneuten Rettungsaktion aber kaum hoffen, dass Sie wie seinerzeit bei der HypoRealEstate für ihre dann im Grunde wertlosen Papiere noch einen Trostpreis von 1,30 Euro pro Stück erhalten. Ich bleibe bei meiner Aussage vom 30. September: Schnäppchenjäger sollten sich für Banktitel erst interessieren, wenn die Aktienkurse eine wirkliche Trendwende signalisieren. Dann gibt es immer noch hervorragende Gewinnchancen. Wer unbedingt jetzt schon Bankaktien kaufen möchte, sollte sich in den Emerging Markets umsehen. Dort gibt es einige Titel mit wirklich soliden Bilanzen und Geschäftsmodellen, die – wie auch immer das Drama in der Euro-Zone ausgehen mag – überleben werden.

Herzliche Grüße und achten Sie auf den Trend

Daniel Haase


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Top-Trades Aktien-Trend-Investor Trendfolge-System

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Video Interview

Daniel Haase im Interview


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