Kolumne16:55 21.08.13

Börsenexperte, Experte und Author Thomas Müller
Crash-Angst, Bewertungen und die ewigen Börsengesetze


Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

die Börsen scheinen nach unten gut abgesichert zu sein, zumal sich derzeit Angst breitmacht. So titelte die Welt Anfang August: „Börsenkenner wittern wachsende Crashgefahr“, um dann eine Woche später mit „Crash-Gefahr am Aktienmarkt steigt“ nachzulegen. Doch:

Während sich eine Baisse mit der Zeit entwickelt (und daher genügend Gelegenheiten zum Ausstieg lässt), kommt ein Crash ohne Vorankündigung. Deshalb gilt es stets die Liquidität zu erhöhen, wenn die Aufwärtstrends an Breite verlieren (also unser Champions-Oszillator eine Senkung der Investmentquote anzeigt), im Crash aber Ruhe zu bewahren und nach antizyklischen Kaufchancen zu suchen.

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Die Pessimisten argumentieren mit einer angeblich wachsenden fundamentalen Überbewertung an der Wall Street. So betrage die Dividendenrendite der 500 im S&P gelisteten Aktien nur noch 1,97% und liege damit weit unter dem bis 1870 zurückgerechneten historischen Mittel von 4,4%. Wer so argumentiert, unterschlägt indes die Tatsache, dass sich für S&P-Titel von 1997 bis 2007 (bis zum Ausbruch der Finanzkrisen-Baisse) durchgängig Ausschüttungsrenditen von weniger als 2% errechnet hatten. In diesem Zeitraum bildete sich aber die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen von knapp 6% auf 4% zurück und beträgt heute nur noch 2,6%! Das bedeutet:

In den USA sind die Zinserträge momentan gerade mal 30% höher als allein die Dividendenausschüttungen. 1997 hatte der Vorsprung noch satte 200% betragen – und den S&P-Index nicht daran gehindert, bis zum Scheitelpunkt der Hausse im März 2000 nochmal 57% aufzusatteln! Aus diesem Blickwinkel ist also keine Überbewertung zu erkennen, wobei deutsche Standardwerte sogar geradezu spottbillig sind. Denn zehnjährige Bundesanleihen rentieren derzeit mit 1,8%, während der Dax auf beinahe die doppelte Dividendenrendite von 3% kommt. Also:

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Fundamentale Bewertungsmodelle dürfen weder starr noch singulär betrachtet werden und sind mit dem jeweiligen monetären Umfeld abzugleichen. Weil sich dann aber immer noch die Timing-Frage für Käufe und Verkäufe stellt, konzentrieren wir uns im Aktienbrief von vorneherein auf die Analyse der Kursverläufe. Somit gehen fundamentale Analysten nach der Devise „Ich habe recht“ vor, während wir als Trendfolger wissen „Die Börse hat recht“. Deshalb:

Haben Sie keine Angst vor „überbewerteten“ Aktien, zumal Champions, die von Rekord zu Rekord eilen, in der Relation eigentlich immer überbewertet sind. Ich gehe sogar davon aus, dass sich die Börsen langfristig in eine Überbewertung hineinentwickeln werden – ganz einfach, weil die Pendelbewegung von der Unter- zur Überbewertung (und wieder zurück) zu den ewigen Börsengesetzen gehört. Bis die Aktienmärkte wirklich (zu) teuer sind, müssen die Kurse daher in den kommenden Jahren noch ganz massiv gewinnen.

Mit bester Empfehlung
Ihr

Thomas Müller
Herausgeber
boerse.de-Aktienbrief


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