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Kolumne12:04 04.07.12

Börsenexperte, Experte und Author Christoph A. Scherbaum
DAX & Co heute im Alleingang- US-Börsianer feiern Independence Day
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

am Dienstag konnte der deutsche Leitindex DAX erneut mit einem Gewinn aus dem Handel gehen.  Der Abwärtstrend ist zunächst einmal gebrochen, Deutschlands Börsenbarometer Nummer Eins konnte den dritten Tag in Folge Gewinne verbuchen – das haben wir schon seit Langem nicht mehr erlebt.  Am Ende zeigte die Kurstafel einen Stand von mehr als 6578 Punkte an.

Ähnlich wie zu Wochenbeginn waren es wohl die Erwartungen an die EZB, dass diese den Leitzins am Donnerstag erstmals in der Geschichte der Währungsunion unter die Marke von 1 Prozent senken könnte, welche dem DAX Auftrieb verliehen. Zumal die Inflationsgefahren immer mehr abzunehmen scheinen-  was den Spielraum für Zinssenkungen erhöht. Laut neuer OECD-Zahlen hat sich der Preisdruck in den Mitgliedsländern im Monat Mai nochmals abgeschwächt. Die Inflationsrate verringerte sich auf 2,1 Prozent, gegenüber 2,5 Prozent im April und damit auf das niedrigste Niveau seit Januar 2011.

Neben den Hoffnungen auf die EZB gab es aber auch einmal mehr leichte Entspannungstendenzen auf den Anleihenmärkten zu verzeichnen. Sowohl spanische als auch italienische Staatspapiere konnten rückläufige Rendite aufweisen. Außerdem freuten sich die Anleger, dass Irland erstmals seit September 2010 wieder an die Märkte zurückkehren wird.

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Aus der US-Industrie erreichte uns gestern ebenfalls die positive Nachricht, dass im Mai deutlich mehr Aufträge an Land gezogen werden konnten. Im Monatsvergleich wurde beim Auftragsvolumen laut Daten des US-Handelsministeriums ein Anstieg von 0,7 Prozent verbucht. Volkswirte hatten zuvor lediglich mit einem Anstieg von 0,1 Prozent gerechnet. Jedoch wurde diese Nachricht dadurch ein wenig eingetrübt, dass für den Vormonat ein korrigierter Rückgang um ebenfalls 0,7 Prozent verzeichnet wurde.

Etwas bessere Nachrichten hielt dagegen der Internationale Währungsfonds (IWF) für die US-Wirtschaft bereit. Er erhöhte seine Wachstumsprognose für die größte Volkswirtschaft der Welt. Im Januar rechnete man noch mit einem Wachstum im laufenden Jahr von 1,8 Prozent, nun wird von einem Plus von 2,0 Prozent ausgegangen. Für 2013 wurde die Prognose fast unverändert auf dem vorherigen Niveau von 2,25 Prozent belassen. Im gleichen Atemzug wurden aber die Risiken für die US-Wirtschaft hervorgehoben. Dazu gehören die schwache wirtschaftliche Erholung, eine hohe Staatsverschuldung und die möglichen Auswirkungen der Euro-Krise. Ein Blick auf den heutigen Tag:

 Der Mittwoch steht in Europa im Zeichen der Einkaufsmanagerindizes im Dienstleistungssektor für den Monat Juni. Dabei werden die entsprechenden Indizes für Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, aber auch auf Euroland-Ebene bekannt gegeben. Außerdem werden die Zahlen zum europäischen Einzelhandel für den Mai veröffentlicht. Dagegen müssen die Anleger auf relevante Konjunktur- wie auch Marktdaten und Impulse aus den USA verzichten. Denn dort steht der „Independence Day“ an. Daher sind die Börsen an der Wall Street geschlossen, die Börsianer in Frankfurt sind auf sich alleine gestellt. Unternehmensseitig berichtet lediglich heute die Sunways AG.

In diesem Sinne, noch einen erfolgreichen Börsentag
Ihr

Christoph Scherbaum
Chefredakteur
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