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Kolumne09:15 15.02.12

Börsenexperte, Experte und Author Christoph A. Scherbaum
DAX weiterhin unentschlossen!
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

am Dienstag hatten die Anleger eine ganze Menge an Daten zu verarbeiten, was für den DAX ein über den ganzen Handelstag verteiltes Auf und Ab bedeutete. Nachdem die Ratingagentur Moody’s zuvor mehrere Euro-Staaten herabgestuft hatte und ThyssenKrupp einen Verlust für das erste Quartal des Geschäftsjahres ausweisen musste, standen die Vorzeichen für den DAX schlecht und schickten ihn schon zu Handelsbeginn auch ins Minus.

Ähnlich wie bei den vorherigen Bonitätsabstufungen anderer Ratingagenturen gab es auch dieses Mal eine Trotzreaktion auf den europäischen Anleihemärkten: Spanien und Italien konnten sich sehr erfolgreich Geld leihen, wobei die Renditen für italienische Staatsanleihen sogar auf den niedrigsten Stand seit März 2011 fielen. Dies wiederum sorgte dann für steigende Kurse auf den Aktienmärkten. Genauso positiv wurden die aktuellen ZEW-Konjunkturerwartungen aufgenommen. Es bleibt dabei: 

Trotz des Krisengeredes zeigen sich die deutschen Indikatoren weiterhin sehr positiv. Schon im Januar gab es einen deutlichen Anstieg beim ZEW-Index und auch für den Monat Februar stiegen die Konjunkturerwartungen, mit 27,0 Punkten auf plus 5,4 Zähler, deutlich an. Volkswirte hatten zuvor im Schnitt gerade einmal mit einem Anstieg auf minus 10,8 Punkte gerechnet. Somit wurde zum ersten Mal seit Mai 2011 wieder ein positiver Wert verzeichnet.

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Damit die Stimmung nicht „zu ausgelassen“ wurde, gab es am Nachmittag etwas schwächere US-Konjunkturdaten zu vermelden. Zwar konnte der Einzelhandelsumsatz im Januar im Vergleich zum Vormonat zulegen, allerdings nicht so stark wie es zuvor erwartet worden ist. Bei den Exportpreisen für US-amerikanische Waren gab es im Monat Januar einen Rückgang, wohingegen sich die Importe verteuerten. „Mal schaun“ was der heutige Tag bringt, würde der Fußball-Kaiser sagen:

Auch zur Wochenmitte erwartet uns einiges an Daten, um für einen bewegten Handelstag zu sorgen. Dabei dürften in Europa die Schätzungen zu den Konjunkturzahlen für einiges an Bewegungen an den Märkten bringen. In Deutschland werden ebenfalls Daten zur Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe veröffentlicht. Aus den USA erreichen uns u.a. die MBA Zahlen zu den Hypothekenanträgen, der Empire State Produktionsindikator (Februar), Daten zur Industrieproduktion (Januar) und am Abend noch die Fed Minutes. Unternehmensseitig gibt es Zahlen von BNP Paribas, John Deere, Heineken, Marriott International, Peugeot und Puma.

Für den DAX heißt es heute, wieder Boden gen Norden gutzumachen. Jeder Punktgewinn bis zum bisherigen Jahreshoch ist wichtig, ein neues Top wiederum würde weiteres Potenzial freisetzen. Die 7000er-Marke ist weiterhin in Sicht. Nach unten wiederum sollte der deutsche Leitindex aufpassen, nicht zu sehr in den Bereich des GD200 zu kommen, um nicht das Bärenlager wieder zu sehr zu motivieren...

In diesem Sinne, noch einen erfolgreichen Börsentag
Ihr

Christoph Scherbaum

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