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Kolumne09:09 29.11.11

Börsenexperte, Experte und Author Gerhard Mahler
Das Jahr 2011 mit eigenen Gesetzen

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

noch fünf Wochen bis zum Jahresende und an 23 Tagen davon inklusive heute haben die Börsen geöffnet: Kann der Endspurt die Performance aufbessern? Die Dezember-Wochen haben diesbezüglich einen guten Ruf. Es könnte ja aus irgendwelchen Gründen da und dort doch noch etwas gehen, etwa seitens der aggressiven Hedgefonds und der ganz normalen Aktienfonds. Ins Spiel kommt das sogenannte Window Dressing. Soll heißen: Kurz vor dem Ende eines für die Bilanzierung wichtigen Quartals oder eines Jahres kaufen die Fonds noch einmal ein, um die Kurse und damit auch ihre Performance positiv zu beeinflussen. Das Endspiel um eine freundliche Tendenz wird teils überschätzt, teils geschieht tatsächlich etwas: Die französische Großbank Société Générale hat vor einiger Zeit vorgerechnet, dass im Dezember die durchschnittliche jährliche Überrendite bei 4,7% liegt. Dies gilt unter der Voraussetzung, dass man Anfang Dezember die 20 besten Aktien des Jahres erwirbt und die Positionen bis zum letzten Handelstag des Monats behält. Oft ist es sogar so, dass die Favoriten der letzten Wochen auch die Favoriten der ersten Monate des folgenden Jahres sind, erklärt die Statistik.

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Leider hat uns dieses Jahr aber gelehrt, dass sonst griffige Gesetzmäßigkeiten infolge der diversen Krisen und Rezessionsängste ihre Gültigkeit nicht entfalten. Dieses Jahr hatte seine eigenen (Börsen-)Gesetze. Momentan sieht es so aus, als ob aufwärts noch etwas drin sein könnte. Mehr zu den Chancen und Risiken lesen Sie weiter unten. Ins Raster gepasst hat 2011 die Sell-in-May-Regel. Im Mai zu verkaufen, hat sich bezahlt gemacht, denn die Indizes stehen jetzt wesentlich tiefer als vor sechs Monaten. Nicht zum Tragen kommen dürfte die Januar-Regel. „Wie der Januar so das ganze Jahr“, lautet sie. Der Januar 2011 brachte den etablierten Aktienbarometern kleine Gewinne. Aktuell aber stehen alle Standardwerte-Indizes unter dem Niveau von Jahresbeginn ( Dow -3,3%, DAX -20,5%, Euro Stoxx -25%). Der Nasdaq 100-Index mit Apple vornedran konnte sich lange besser halten (Jahresanfang 2.217, November-Hoch 2.371 und jetzt 2.166 Punkte). Es müsste schon ein kleines Wunder geschehen, wollten die Indizes insgesamt den Ultimo im Plus abschließen. Für den Kurzfrist-Trader (KFT) gilt es in den verbleibenden fünf Wochen 2011, die sich bietenden Chancen möglichst vollständig und ertragreich aufzugreifen.

Viel Erfolg mit ihren Investments

Gerhard Mahler


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Mahler 's Kurzfrist-Trading-Bilanz

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