Kolumne08:56 20.12.11
Das Jahr der Extreme
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
die Weihnachtswoche beginnt und mit ihr hierzulande die letzten neun Börsentage in diesem Jahr. Was können wir davon erwarten? Die jetzige Verfassung der Märkte ist nicht gerade von Zuversicht geprägt. Und so dürfte das an sich günstige saisonale Muster dieses Jahr den in jüngster Zeit ziemlich düster gewordenen Konjunktur-Prognosen zum Opfer fallen. Saisonale Muster kommen vor allem dann zur Geltung, wenn die Börsen sich im normalen Rhythmus bewegen. Und davon konnte 2011 nicht die Rede sein. Das am meisten gebrauchte Wort in den Börsenbriefen dürfte der Begriff „Krise“ gewesen sein. Und wie die Dinge liegen, wird uns diese noch einige Zeit begleiten. Ich hoffe nur, dass sie 2012 nicht erneut zum Dauerzustand wird und uns Börsianern das Handeln erschwert. Keine Frage: Was Aktien, Börsenindizes, Rohstoffe und Währungen anbetrifft, ist das Jahr 2011 herausfordernd gewesen. Zuerst die Atomkatastrophe in Japan, dann die gefährliche Verschuldungskrise mit Schwerpunkt Europa. Aber auch die USA standen mehrmals am Rande ihrer finanziellen Möglichkeiten. Insgesamt wurde die Tendenz an den Märkten noch nie so stark von externen Einflüssen beherrscht.
Über lange Strecken gaben die Politik, die Notenbanken aber auch die Rating-Agenturen den Trend vor. Die Folge waren je nach der Beschluss- und Gerüchtelage riesige Schwankungen und abrupte Richtungswechsel. Dazu kamen die aufkeimenden Rezessionsängste. 2011 war das Jahr der Achterbahnkurse und Extreme. Man kann von Glück sagen, dass die Unternehmen überwiegend gut verdienten. Wären die Quartalsbilanzen im April, Juli und Oktober nicht wieder einmal über Erwarten gut ausgefallen, so stünden die Kurse jetzt ein ganzes Stück tiefer. Insofern darf man gespannt darauf sein, welche Resultate uns die nächste Berichtssaison bringt, die Mitte Januar in Schwung kommt. Der
Kurzfrist-Trader (KFT) rechnet erneut mit ordentlichen Ergebnissen. Nur die Ausblicke dürften zu wünschen übrig lassen. Andererseits: Wo Bewegung ist, gibt es auch etwas zu verdienen. Zwar haben wir in den zurückliegenden Krisenmonaten nicht alles richtig gemacht. Doch immerhin konnte der KFT in zehn von zwölf Monaten einen Gewinn erzielen. Unser Tradingergebnis 2011 beläuft sich per heute auf 457% Plus. Und in den restlichen neun Börsentagen 2011 sollten noch ein paar Prozent dazukommen.
Viel Erfolg mit ihren Investments
Gerhard Mahler
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