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Kolumne08:45 13.12.11

Börsenexperte, Experte und Author Gerhard Mahler
Das Zünglein an der Waage
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

16 Wege aus der Krise aus Sorge um Deutschland, Europa und die Welt haben berühmte Wirtschaftsexperten dieser Tage der Politik exklusiv aufgezeigt. Der Rummel in den Medien um den EU-Gipfel ist gewaltig gewesen. Ratschläge aller Sorten gibt es seit Monaten tausendfach. Das Resultat war im Verhältnis dazu bescheiden. Doch den Börsen war es gut genug, um per saldo mit Kursgewinnen zu reagieren. Die Ergebnisse seien besser als befürchtet, lautet das sparsame Lob. Für gut befunden wurde der nun in Brüssel vorgezeichnete Weg in Richtung einer europäischen Fiskalunion, die beschleunigte Bereitstellung der Rettungsschirme sowie verschärfte Spar- und Kontrollauflagen.

Dass die große Rundum-Lösung unter Zustimmung aller beteiligten Staaten nicht stattfinden würde, war im Vorfeld abzusehen. Doch sind die Probleme jetzt offiziell strukturiert und die Fronten besser sichtbar. Belohnt von den Märkten wurde der politische Wille, tatsächlich etwas zu bewegen, kommentierten die US-Börsennews gnädig. Offen ist allerdings, ob und wann die neuen Regeln greifen. Denn vorerst handelt es sich um Willenserklärungen, die Experten für „juristisch unbefriedigend“ halten. Das heißt auch: Es kommt alles nochmal auf den Tisch. Das internationale Konferenzkarussell dreht sich munter weiter. Wie seit Monaten lautet das Motto: Nach dem Gipfel ist vor dem Gipfel. Der nächste Rettungsgipfel soll spätestens im März stattfinden. Also jede Menge Spielraum für Spekulationen.

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Immerhin scheint den Akteuren der jetzige Status als leidliche Zwischenlösung halbwegs zu genügen. Und somit dürfte an den Märkten vor Weihnachten etwas Ruhe einkehren. Es besteht die Aussicht, dass die Börsen sich mehr anderen Dingen wie dem zukünftigem Konjunkturtempo, den Unternehmensgewinnen und den positiven saisonalen Aspekten zuwenden, jedenfalls nicht hauptsächlich von politischen Gerüchten und Beschlüssen wie in den vergangenen Wochen hin und her getrieben werden. Das Zünglein an der Waage spielen indessen die Notenbanken.Viele Experten wünschen eine aktivere Rolle der Europäischen Zentralbank (EZB) in Sachen unbegrenzter Anleihenkäufe. Offene Fragen? Der Kurzfrist-Trader (KFT) präsentiert die aktuelle Tendenzeinschätzung für die Märkte.

Viel Erfolg mit ihren Investments

Gerhard Mahler


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