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Kolumne16:54 20.12.11

Börsenexperte, Experte und Author Tobias Pichler
Das alljährliche Ritual mit den Dax-Prognosen
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

wie jedes Jahr im Dezember veröffentlichen die großen Banken und Investmenthäuser in diesen Tagen ihre Prognosen für die Entwicklung des Dax und von anderen Märkten in den kommenden 12 Monaten. Doch auch wenn die Prognosen stets fundamental untermauert und logisch erscheinen, als Anleger ist man gut beraten, den Empfehlungen nicht „blind“ zu folgen. Denn ein Blick in die Historie zeigt, dass der Konsens der Prognosen nur selten ins Schwarze trifft.

In den meisten Fällen, wird der vorherrschende Trend in den Jahresprognosen einfach fortgeschrieben. So waren beispielsweise die 2009er-Prognosen nach dem Crash-Jahr von 2008 extrem düster. Tatsächlich aber markierten die Kurse im ersten Quartal die bis heute gültigen Finanzmarktkrisen-Tiefs und es folgte eine massive Aufwärtsbewegung. Kein Wunder daher auch, dass beispielsweise nach dem guten Aktienjahr 2010 der Trend extrapoliert wurde und das Gros der Analysten für 2011 eine sehr positive Börsenentwicklung antizipierte. Das Handelsblatt schrieb am 30.12.2010:

Optimisten erwarten Anstieg des Dax auf 8 300 Punkte

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Dem guten Aktienjahr 2010 wird ein weiteres folgen. Das erwarten jedenfalls die meisten Banken und Investmenthäuser. […]“

(Quelle: Handelsblatt)

Zwar ist das Börsenjahr 2011 noch nicht vorüber, doch sieht ein gutes Aktienjahr (-18% bislang) anders aus. Die Methode der Fortschreibung kann sich zwar als richtig entpuppen, doch angesichts der zahlreichen Einflussfaktoren sich darauf komplett zu verlassen, wäre mutig.

Als Trendfolger sagen wir ganz klar, dass wir nicht wissen, wohin sich die Börsen in den kommenden 12 Monaten bewegen. Zwar mögen sich solche Aussagen weniger reizvoll anhören wie „Dax 8000“ oder „Dax 5000“, aber für erfolgreiches Trading sind solche Langfrist-Prognosen vollkommen sekundär. Wir fokussieren uns stattdessen auf die jeweils dominierenden Trends, die wir über die 200-Tage-Linie sowie über andere technische Instrumente messen. Zeigen diese nach oben, empfehlen wir den Long-Einstieg, während bei Abwärtstrends Short ansteht.

Wie oft die Trends im Jahr dann wechseln, ist uns vollkommen egal, da an jeder Trendbewegung verdient wird. Entscheidend ist einfach, den jeweils vorherrschenden Trends zu folgen. Anleger, die schon 2011 mit einer solchen Strategie unterwegs waren und beispielsweise den Trendbrief-Empfehlungen gefolgt sind, konnten damit kräftige Profite einfahren…

Mit bester Empfehlung,
Ihr

Tobias Pichler

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